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Speaking up: Eine Kultur der Offenheit

Imran Rehman bezeichnet sich als „creative architect“. Seine Firma mesh.works ist eine Business Design Consultancy und ein Thinking Practice.
© Katharina Schiffl

Unternehmen brauchen eine offene Gesprächskultur. Imran Rehman zeigt im Strategie-Austria-Workshop, warum dies gerade in der Agenturbranche wichtig ist.

Eine Unternehmenskultur sollte im Idealfall offen sein, Raum zur Diskussion und zur persönlichen sowie unternehmerischen Entwicklung geben. Wie man dies als Führungskraft am besten unterstützen kann und wie wichtig dies für Agenturen ist, zeigt Imran Rehman in Workshops, wie jüngst bei Strategie Austria.Grundlage seiner Herangehensweise ist, dass es Offenheit braucht, um Neues zu entwickeln.

„Offenheit gibt Menschen zwei Dinge: Autonomie und Zweck“, erläutert der Unternehmensberater. „Sobald man Platz hat, sieht man den Zweck in der Arbeit. Ist man allerdings eingeengt und hat beispielsweise stetig Angst um seinen Job, dann bezweckt dies das Gegenteil.“ Offenheit lasse sich leicht erkennen, beispielsweise daran wie viel in Sitzungen geschwiegen wird. Raum um Probleme anzusprechen – das heißt „Speaking up“, unter dessen Motto der Workshop läuft – gibt Möglichkeit zur Weiterentwicklung.

Der Unternehmescoach, der sich selbst auch als „creative architect“ bezeichnet, ist Inhaber der Beratungsfirma mesh.works – zu Deutsch Netzwerk oder Geflecht – die vor über zwei Jahren ihren Sitz von London nach Wien verlegte. Die Firma definiert sich als Business Design Consultancy und Thinking Practice. „mesh.works ist das genaue Gegenteil von Hierarchie“, so Rehman, „Mit Hierarchie versucht man Dinge homogen zu strukturieren, denn wenn man in ein meshwork reinkommt muss man heterogen arbeiten. Verschiedene Variablen treffen aufeinander und dies führt schließlich dazu, dass etwas Neues produziert wird.“

Der Bereich Consulting hat sich verändert hin zu einer Herangehensweise, in der man Unternehmen auf einem längeren, durchaus auch herausfordernden Weg begleitet und nicht von einer ultimativen Problemlösung ausgeht.Dieses Konzept verfolgt Rehman, wenn er mit Führungskräften zusammenarbeitet. Beim Strategie-Austria-Workshop sitzt er vor allem Agenturchefs gegenüber, die in ihrer durch Digitalisierung sich stark wandelnder Branche, Herausforderungen gegenüberstehen. „In dieser neuen Realität braucht es neues Verhalten und eine neue Art von Organisation.“

Im Workshop arbeitet er mit zwei Werkzeugen: Das erste basiert auf einer anthropologischen Herangehensweise und ist von Rehman auf Grundlage des Buches „Gods of Management“ von Charles Handy entwickelt. Die Unternehmenskultur wird durch Cluster visualisiert und so Problemfelder erkannt. „Viele Führungskräfte haben Schwierigkeiten darin zu beobachten, nicht nur zuzuhören, sondern auch mit den Augen zu arbeiten“ erläutert Rehman, „hier fehlt eine gute Ausbildung“.

Das zweite Tool beschäftigt sich mit Strukturen im Unternehmen. Basierend auf spezifischen Fragen werden einzelne Spannungsfelder fokussiert angegangen. Diese Werkzeuge dienen dazu, Probleme erst einmal alleine zu erarbeiten.Er sieht Brainstorming kritisch, denn dies führe oft zu Mittelmäßigkeit „weil viele die Regeln nicht einhalten können“. Die Methode müsse taktisch in den Prozess eingebracht und Themen erst allein erarbeitet werden. „Häufig kommen die guten Antworten erst nach dem Schweigen, doch um darauf zu warten fehlt oft die Zeit.“

Ihm ist es wichtig, dass die Workshop Teilnehmer individuelle Hilfestellungen mit in den Arbeitsalltag nehmen. Durch Reflexion über eigene Problemfelder und mit Hilfe der Coaching-Tools soll die Grundlage für eine langfristige Veränderung gegeben werden.

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