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So tickt die Agenturlandschaft in Oberösterreich

Wie weltweit agierende Konzerne die oberösterreichische Agenturlandschaft prägen und mit welchen Herausforderungen diese zu kämpfen haben.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 45 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Auf einer Fläche von 11.900 Quadratkilometern erstreckt sich Oberösterreich als viertgrößtes Bundesland Österreichs. Neben einer starken Industrie prägen auch der Tourismus und eine lebendige Agenturlandschaft das Bundesland. Die Werbeszene trägt im Bundesland zur Wertschöpfung bei und das schlägt sich nicht nur in der Zahl der Fachgruppenmitglieder nieder, sondern auch in der Vielfalt der nationalen und internationalen Projekt, die die oberösterreichischen Agenturen für renommierte Unternehmen umsetzen. 

Von Oberösterreich aus weltweit

Einer der größten Player im Bundesland ist Reichl und Partner. Für die Agentur ist der Standort Oberösterreich „ideal“, sagt Geschäftsführer Rainer Reichl. Aus einem einfachen Grund: Vom Bundesland aus könne man gut Kunden im gesamten deutschsprachigen Raum bedienen, schließlich sei München beispielsweise genauso nah wie Wien, so Reichl. Auch von der Wirtschaftskraft aus Deutschland profitiere man im Bundesland. Dazu komme der Benefit, dass oberösterreichische Unternehmen sehr exportorientiert sind, „somit begleiten wir auch einige Konzerne weltweit“. Eines der neuesten Projekte der Agentur ist vegini, das zwar wie Fleisch zubereitet werden kann, aber aus Erbsen besteht. Neben klassischen Anzeigen, Hörfunk und PR nutzt die Kampagne auch Online und Social Media. 

Auch die ebenfalls in Linz ansässige Agentur SPS Marketing agiert international und betreut derzeit ein Unternehmen aus den USA im Bereich der Schweißtechnik. So wurde ein integriertes Kommunikationskonzept für das Unternehmen entwickelt und umgesetzt. Natürlich spielt dabei auch die Digitalisierung eine Rolle: So enwickelte SPS Marketing jüngst eine Marketing und Sales App, die in Unternehmen und vom Vertrieb eingesetzt werden kann. „Hier kann das Unternehmen mit unserem eigens entwickelten Content-Management-System flexibel agieren“, sagt Gerhard Preslmayer, geschäftsführender Gesellschafter. Die Agentur sieht, dass Digitalisierung mit Employer Branding stark vernetzt ist. So entwickelte man jüngst für Magna Steyr eine Mitarbeiterinformations-App, womit erstmals alle Mitarbeiter im Unternehmen gleichzeitig und gleichwertig informiert werden können. „Push-Nachrichten erreichen so alle zur selben Zeit“, sagt Preslmayer. 

Digitalisierung: Jobs im Wandel

Eng in Verbindung mit dem digitalen Wandel steht auch das Nachwuchsthema im Bundesland. Das betreffe auch die Werbeszene, die zwar von den Unis und Fachhochschulen in Österreich und auch Deutschland profitiere, teils aber noch immer um Fachkräfte ringe. Dabei seien zwar die Bildungseinrichtungen, wie eine FH Hagenberg (mehr dazu auf Seite 17 in dieser Ausgabe) und Steyr vorhanden, allerdings werden Absolventen vor dem Abschluss an Unternehmen vergeben. Um die kreative Wertschöpfung auch künftig im Bundesland zu belassen und die Kunden, die nach Ideen und Kreativität sowie Innovationskraft in der Strategie fragen, weiterhin gut zu servicieren, bedürfe es längst eines neuen Mindsets. „Die Digitalisierung in der Kommunikation ist angekommen, gleichzeitig wird allen bewusst, dass die Kommunikation in den neuen Medien denselben Gesetzen folgt, wie in der Klassik“, sagt Reichl. 

Tourismus 4.0

Die Digitalisierung ist auch im Tourismus angekommen. Mit viel Emotion soll die aktuelle Wintertourismus-Kampagne 2017/18, die in den Kernmärkten Österreich, Deutschland und Tschechien von den sieben Top-Skigebieten des Bundeslandes, der Ferienregion Böhmerwald und anderen, gemeinsam mit Oberösterreich Tourismus getragen wird, Gäste ins Bundesland locken. „Die Kernbotschaft – Oberösterreichs Winterdestinationen sind schnell und gut erreichbar bieten das perfekte Wintersportumfeld für Familien – wird durch emotionale, momenthafte Ansprache transportiert“, sagt Andreas Winkelhofer, Geschäftsführer Oberösterreich Tourismus. Die Ausstrahlung erfolgt über Hörfunk, Fernsehen und Kinospots und zusätzlich über Social-Media-Marketing auf Facebook und YouTube begleitet. Dabei kommt auch modernste Technik zum Einsatz, wie der aktuelle Imagefilm „An Incredible Journey“, der vom Fotografen und Videokünstler Geoff Tompkinson in seiner „HyperZoom“-Technologie produziert wurde. 

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