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So performt derstandard.de

Gerlinde Hinterleitner, Digital-Verlagsleiterin des Standard, plant, dass der deutsche Ableger von derstandard.at 2019 in den Vollbetrieb gehen soll.
© Der Standard

Monatlich dreistellige Zuwächse, inhaltlich punkten die Ressorts Web und International. Nun liegt der Fokus auf der Erweiterung von Automatisierungsprozessen.

Dieser Artikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 6/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Im Juli des Vorjahres ging derstandard. de als Portal für den deutschen Markt live. Ein halbes Jahr später zieht Digital-Verlagsleiterin Gerlinde Hinterleitner Bilanz. Mit den Wachstumsraten des Deutschland-Traffics zeigt sich Hinterleitner dabei zufrieden. Anfangs habe es monatliche Zuwächse von 300 Prozent gegeben, nun würden diese zwischen 130 und 150 Prozent liegen. „Das flacht sich natürlich etwas ab. Aber wir haben nach wie vor schöne Steigerungsraten, die eine Bestätigung für uns sind, dass das Konzept funktioniert.“ Inhaltlich haben bisher Geschichten aus dem Ressort „Web“ am besten funktioniert. Auch mit internationalen Geschichten und solchen aus den Ressorts „Wissenschaft“, „Panorama“ und „Wirtschaft“ konnte man punkten. 2018 soll der Testbetrieb in Echtzeit fortgeführt werden, in den Vollbetrieb gehen soll das Portal 2019.

Daneben war erklärtes Ziel, dass das Portal auch eine neue Erlösquelle aufmacht. Der gesamte Anzeigenverkauf erfolgt programmatisch, ein eigenes Verkaufsteam in Deutschland aufzusetzen wäre keine Option gewesen. Zu konkreten Umsatzzahlen wollte sich Hinterleitner allerdings nicht äußern.

derstandard.de war seit Beginn auch eine Art Spielwiese, um Ableitungen zur Weiterentwicklung von derstandard. at zu treffen, zum anderen soll das Portal aber auch zum Aufbau einer deutschen Community beitragen und eine neue Erlösquelle eröffnen. Die Idee dahinter ist Automatisierung – im Hinblick auf die Publikation, das Layout und den Werbeverkauf.

Auf derstandard.de definiert eine Logik, welche Geschichten auf dem Portal publiziert werden, der manuelle Eingriff durch die Redaktion ist dennoch jederzeit und überall möglich. Etwa, weil es immer wieder Gründe dafür gebe, warum eine Geschichte anders positioniert werden sollte als die Positionierungslogik das vorsieht. „Die Positionierungslogik sagt, dass Geschichten mit Kärnten- Bezug nicht auf dem Portal publiziert werden. Ist aber ein deutscher Urlauber in Kärnten in einen spektakulären Unfall verwickelt, dann hat die Redaktion die Möglichkeit, diese Regel außer Kraft zu setzen“, erklärt Hinterleitner. Experimentiert wird auch mit Layouts und wie diese automatisiert gebaut werden können. „Im Großen und Ganzen probieren wir dort Dinge aus, die wir auf einer komplett neu gestalteten Seite für derstandard.at umsetzen wollen und das funktioniert sehr gut“, so Hinterleitner. Der Aufbau einer deutschen Community und die Einbindung dieser stehen im Fokus. „Es gibt sehr wenige deutsche Onlinemedien, die das Kommentieren von Artikeln erlauben. Viele lassen es nur bei wenigen Artikeln zu oder haben diese Funktion gänzlich auf Facebook ausgelagert“.

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