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So kaufen Herr und Frau Österreicher im Internet

Online Shopping
Symbolfoto
© Ivan Kruk

Shoppen Männer online anders als Frauen? Und was kaufen die Geschlechter am liebsten im Netz? Das hat eine neue Studie herausgefunden.

Frauen lieben ausgedehnte Shopping-Touren, Männer bestenfalls den schnellen Einkauf – lässt sich dieses Klischee auch auf das Kaufverhalten im Internet übertragen und welche Produkte kaufen Herr und Frau Österreicher überhaupt online? Das ließ das Wiener Beratungsunternehmen Otago Online Consulting von meinungsraum.at unter 1000 Österreichern in einer repräsentativen Studie erheben. Ein Ergebnis des Otago Online-Trendreports 2017: Kleidung, Schuhe und Accessoires sind bei Männern wie Frauen gleichermaßen die Nummer eins für den Online-Kauf. In den Top 10 der beliebtesten Produktgruppen gibt es aber durchaus Geschlechterunterschiede...

Online Shopping auf der Überholspur 
59 Prozent der Österreicher kaufen zumindest gelegentlich online ein. Kleidung, Schuhe und Accessoires sind dabei die beliebteste Produktgruppe: 7 von 10 Frauen in Österreich (70 Prozent) kaufen Mode im Internet, aber auch fast jeder zweite Mann (49 Prozent) vermeidet mit einem Online-Kauf den Gang ins Bekleidungsgeschäft.

Dahinter folgen bei Männern wie Frauen Bücher. Auch hier greifen Frauen im Internet aber öfter zu: 56 Prozent kaufen ihren Lesestoff online. Bei den Männern sind es nur 40 Prozent. Ebenfalls 40 Prozent der Männer kaufen zudem elektronische Unterhaltungsgeräte im Internet, diese Kategorie rangiert bei Frauen mit 16 Prozent nur auf Platz 8. Beliebter sind bei Frauen dafür Kosmetik- und Pflegeartikel: Diese kaufen vier von zehn Frauen (42 Prozent) online. Immerhin ein Viertel der Männer (24 Prozent) kauft aber ebenfalls Kosmetik- und Pflegeartikel im Internet.

Kaum Geschlechterunterschiede gibt es bei Reisen und Öffi-Tickets: Jeweils rund ein Drittel der Frauen und Männer kauft Reisen im Internet, jeweils rund ein Viertel Flugtickets. Zug- und Busfahrkarten werden etwas häufiger von Männern (31 Prozent) online gekauft. Auch bei Spontankäufen unterscheiden sich Männer und Frauen nur wenig: 28 Prozent der Frauen kaufen online auch einmal spontan ein, bei Männern sind es 22 Prozent.

Online-Bewertungen? Eher egal 
Überraschendes fördert der Otago Online-Trendreport über das Preisbewusstsein der Österreicher zutage: 69 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher vergleichen immer vor einem Kauf, also auch bei Kleinbeträgen. Bewertungen spielen keine große Rolle bei der Kaufentscheidung: Zwar gibt rund jeder zweite Österreicher (54 Prozent der Männer, 51 Prozent der Frauen) an, sich „zumindest manchmal“ von Bewertungen beeinflussen zu lassen, eine „starke“ Orientierung an Bewertungen lassen aber nur 9 Prozent der Männer und 16 Prozent der Frauen erkennen.

Bei der Informationssuche vor dem Kauf spielen die Webseiten von Unternehmen und Anbietern nicht die Hauptrolle: Sie werden nur von 40 Prozent der Österreicher besucht. Am häufigsten ist eine Suchmaschine Ausgangspunkt für eine spätere Kaufentscheidung. Google und Co. werden von 85 Prozent der Österreicher beim Online-Kauf als Informationskanal genutzt. Dabei haben beinahe drei Viertel der Österreicher bereits einmal bemerkt, dass Anzeigen in den Suchergebnissen von Google vorgereiht werden.

Und was ist für das Vertrauen in den Online-Shop der Wahl ausschlaggebend? Jan Königstätter, Gründer und Geschäftsführer von Otago Online Consulting: „Am wichtigsten ist für Frauen wie Männern eine Empfehlung aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. 77 Prozent der Frauen und 72 Prozent der Männer legen darauf Wert. Für jeweils zwei Drittel ist ein Gütesiegel des Online-Shops wichtig. Das Vertrauen in österreichische Online-Shops ist bei Frauen ausgeprägter: 71 Prozent haben Vertrauen in Online-Shops aus Österreich. Bei den Männern sind es 64 Prozent. Unternehmen sollten sich also darauf fokussieren, die Kundenzufriedenheit auch beim Einkauf im Online-Shop sicherzustellen. Denn nur so ist langfristiger Geschäftserfolg garantiert.“

[Red.]

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