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Sky Deutschland will schlanker und digitaler werden

Sky will eine zweistellige Anzahl von Mitarbeitern abbauen - jedoch auch neue aufnehmen.
© Sky

Im Interview mit dem Handelsblatt spricht Sky-Chef Carsten Schmidt über die Reorganisation des Konzerns und die Digitalpläne.

Im Juli 2009 wurde aus Premiere die neue Marke Sky, jetzt feiert der Pay-TV-Sender den zehnten Geburtstag. In den kommenden Monaten werden auf das Medien-Unternehmen jedoch umfassende Umstrukturierungen zukommen, wie Sky-CEO Carsten Schmidt im Interview mit den Handelsblatt verrät. „Was wir jetzt tun, ist etwas, was jedes erfolgreiche Unternehmen tun sollte, nämlich sich immer wieder ein Stück weit neu zu erfinden. Ich bin jetzt 20 Jahre im Unternehmen. In der Zeit sind wir rasant gewachsen, auch bei den Mitarbeitern“, sagt Schmidt, der ergänzt: „Dabei sind naturgemäß Strukturen und Abläufe entstanden, die wir nun anpassen - wir setzen einen klaren Plan um, der uns für unser Business hilft und die zukünftigen Bedürfnisse unserer Kunden berücksichtigt. Dieser Plan führt dazu, dass unsere Entscheidungswege noch effektiver und wir noch agiler werden.“

Schmidt kündigt einerseits an, dass eine zweistellige Zahl von den aktuell rund 2.000 Mitarbeitern künftig wegfallen werde, andererseits werde es einen Abbau einer niedrigen zweistelligen Zahl an Führungskräften geben. „Wir gehen den Weg unter anderem über ein Freiwilligenprogramm, das die Mitarbeiter kommunikativ mitnimmt und absolut transparent ist. Bis September wird dieser Prozess abgeschlossen sein. Und ganz wichtig: Wir stellen auch ein, nur eben suchen wir andere Kompetenzen.“

„Wollen digitales Unternehmen werden“

Die Umstrukturierung soll aus Sicht von Schmidt dazu genützt werden, das Unternehmen moderner aufzustellen. „Wir wollen ein digitales Unternehmen werden, das berühmt für seine Inhalte ist und das sowohl für innovationsfreudige Menschen als auch Programmprofis höchst attraktiv ist. Dafür investieren wir unter anderem massiv in Inhalte, aber auch in Technologie.“ Darüber hinaus will Sky ein digitales und flexibles Arbeitsumfeld bauen, sei es über E-Learning-Angebote oder die Möglichkeit für Mitarbeiter, die eigene Arbeit zeitlich und räumlich noch flexibler zu gestalten. „Zudem werden wir internationaler, setzen verstärkt auf Diversität und Inklusion. Und unsere Mitarbeiter sollen in Zukunft noch unternehmerischer agieren können“, ergänzt Schmidt.

Mit erstem Halbjahr zufrieden

Seit Sky Deutschland zum US-Konzern Comcast gehört, werden keine Zahlen mehr veröffentlicht für das Geschäft hierzulande. Schmidt dazu im Handelsblatt-Interview: „Ich darf Ihnen leider keine detaillierten Angaben machen. Nur so viel: Ich bin zufrieden mit dem ersten Halbjahr. Wir sind auf einem guten Weg. Wir wachsen.“

Für Deutschland wurden zuletzt acht Eigenproduktionen pro Jahr angekündigt. Für Schmidt ist diese Anzahl genug, um im internationalen Wettbewerb gegen Netflix & Co zu bestehen. „Es geht um Qualität und nicht um Quantität. Bislang ist uns das gut gelungen. Mit "Das Boot" und "Babylon Berlin" gehen wir im kommenden Winter beziehungsweise Frühjahr schon in die zweite Runde. Die Serien waren auch bei Sky in Italien und England ein großer Erfolg. Und gemeinsam mit den beiden Ländern kommen wir auf deutlich mehr Sky-Original-Serien im Jahr.“
 

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