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'Selbstverständlich stehen Heimische im Fokus'

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Heimische fördern, aber auch Facebook & Co nutzen. Wie gehen öffentliche Institutionen mit diesem Spagat um? Bundesregierung und BMI erklären ihre Strategie.

 

Dieser Artikel ist bereits in der HORIZONT-Ausgabe 43/2018 erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken.

Facebook, Google & Co sind einerseits der große Gegner von europäischen Medien, auch Österreichs Regierung hat dazu in den vergangenen Monaten immer wieder kritisch Stellung bezogen und Maßnahmen wie die digitale Steuer angekündigt. Andererseits steigen die Ausgaben für soziale Medien an, österreichische Medien sehen finanzielle Einbußen. Ein Widerspruch?

Auf Anfrage des HORIZONT meint dazu die österreichische Bundesregierung: „Generell ist die Bundesregierung bestrebt, die Mittel möglichst effizient, zielgerichtet und sparsam einzusetzen. Selbstverständlich stehen dabei die heimischen Medien im Fokus. Uns geht es insbesondere um faire Rahmenbedingungen für alle Marktteilnehmer und die Schaffung eines Level Playing Field.“ Dazu gebe es intensive Arbeiten in den unterschiedlichsten Bereichen, insbesondere auf europäischer Ebene. „Einerseits im Bereich der Besteuerung, andererseits in den Bereichen der Regulierungen. Wir hoffen auf wegweisende Beschlüsse noch im Zuge unserer Präsidentschaft. Die Schaffung fairer Rahmenbedingungen ist die Basis für fairen Wettbewerb.“

Keine Reduktion

Eine konkrete Nachfrage beim Bundesministerium für Inneres nach dem Spagat zwischen Förderung heimischer Medien und gesteigerten Werbeausgaben auf Facebook & Co kommentiert man so: „Die Ausgaben des BMI für Werbung in den sozialen Medien nehmen sich im Vergleich zu Werbeschaltungen in österreichischen Medien sehr gering aus. Im Gesamt-Portfolio erfüllen sie für das Ministerium jedoch einen wichtigen Zweck in der zielgruppenorientierten Ansprache, insbesondere bei der Suche nach geeigneten Bewerbern für den Polizeiberuf.“

An eine Reduktion des Anteils sei daher momentan nicht gedacht. „Generell darf festgestellt werden, dass die Schaltung von Werbung nicht dem Zweck der Medienförderung dient, sondern der Verbreitung wesentlicher und für die Bürger relevanter Information über die Arbeit der einzelnen Ressorts“, ergänzt das BMI und nennt auch konkrete Zahlen: „An den gesamt für das erste Halbjahr gemeldeten Ausgaben gemäß Medientransparenzgesetz machen die Ausgaben für Werbung in den sozialen Medien nur rund zwei Prozent aus.“

[Michael Fiala]

Die Coverstory "Bittersüßer Werbekuchen" über Werbeinvestitionen öffentlicher Institutionen in Digitalgiganten wie Google und Facebook lesen Sie hier.

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