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Rückblick & Vorschau: Hip und stylisch für die junge Zielgruppe

© AdobeStock/georgejmclittle

Influencer und Mobile bringen frischen Wind in die Branche – die Marketing Trends des Jahres.

Dieser Artikel beleuchtet die Marketing-Trends und ist Teil der großen HORIZONT-Serie "Rückblick 2018 & Vorschau 2019", die vollständig Online verfügbar ist.

Das viel geglaubte Allheilmittel Online fand in den vergangenen Focus-Daten seine Entzauberung (siehe Artikel Rückblick Media-Mix). Ein Produkt des Online-Booms versprüht allerdings weiter fleißig seine Funken in der Werbewelt: Influencer. In der D-A-CH-Region wurde das Marktvolumen für Influencer-Marketing im vergangenen Jahr auf 560 Millionen Euro prognostiziert, bis 2020 soll es auf 990 Millionen ansteigen. Influencer könnten Produkte in authentischer Art und Weise an ihre Zielgruppe bringen, resümierte Ilja Jay Lawal, CEO der Wiener Influencer- und Werbeagentur Follow im Gespräch mit HORIZONT.

Dem zu Hause der Influencer, Social Media, wurde auch im neuen Markenauftritt der Bawag weiter Platz eingeräumt, wie Marketingleiterin Claudia Lemlihi HORIZONT erklärte. Die Stammzielgruppe hole man über Facebook ab, für die Jüngeren habe man um Instagram ergänzt. Influencer habe man in der Vergangenheit ebenso an Bord geholt, auch für die neue Kampagne. Dass in der Branche über den richtigen Umgang mit dem Trend Influencer Marketing teilweise noch Unsicherheit herrscht, ließ sich auch an der Bawag-Strategie illustrieren: "Mit dem Marken-Wiedererkennungswert durch Influencer bin ich noch nicht so happy", gab Lemlihi zu. Man habe noch nicht das Optimum in der Zusammenarbeit mit den Instagram-Stars gefunden. Auch in einer neuen APA-DeFacto-Umfrage unter 273 Kommunikationsverantwortlichen in Unternehmen wollten 70 Prozent keine Angaben zu ihren jährlichen Spendings für Influencer Marketing machen.

Eine aktuelle Studie des Social-Media-Marktforschers BuzzValue könnte Marketer zum Umdenken über ihre Spendings im kommenden Jahr bewegen. BuzzValue hatte 25 heimische Influencer-Kampagnen aus 2018 auf Instagram mit insgesamt über 315.000 Interaktionen analysiert. Die ernüchternden Ergebnisse: Auf 64 Prozent der Kampagnen-Fotos ist die Marke nicht eindeutig erkennbar, die Kampagnen-Postings erzielen um rund zehn Prozent weniger Interaktion als ein werbefreier Post und nur 2,7 Prozent der User beziehen sich in ihrer Kommunikation inhaltlich auf die beworbene Marke.

Uneinigkeit bei Nachfrage

Mit dem zuvor skizzierten Social-Media-Trend geht auch eine stärkere Mobile-Nutzung – ergo einer steigenden Nachfrage nach hochwertigem Mobile-Inventar – einher. "Das sehen wir als sehr positiv an, weil es hier in jüngerer Vergangenheit ein Ungleichgewicht zwischen Nutzung und Belegung gab", führte André Eckert von austria.com/plus, der Russmedia Online-Vermarktungsgruppe, im HORIZONT aus.

Durchwachsen fällt die Prognose bei einem Mobilfunker allerdings für das kommende Jahr aus. Sabine Liehr, Digital Advertising Manager bei Drei, kündigte etwa an: "Rein im Bereich Display Advertising sind keine großen Änderungen oder Steigerungen zu erwarten, in anderen alternativen Bereichen schon. Vor allem, wenn es um Mehrwert bei Zielgruppenansprachen geht." Xenia Daum, GF styria digital one sieht vor allem eine Steigerung im Native Advertising.