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Regierung sucht Restrukturierer für "Wiener Zeitung"

© Wiener Zeitung

Die Regierung sucht einen neuen Geschäftsführer für die "Wiener Zeitung". Der Vertrag des amtierenden Chefs Wolfgang Riedler läuft Ende Juni aus. Die Regierung rief nun im Amtsblatt zu Bewerbungen für seine Nachfolge auf.

Schwerpunkt des neuen Chefs wird die "Restrukturierung" der republikseigenen Zeitung sein, die Funktionsperiode ist auf drei Jahre begrenzt. Die Zukunft der "Wiener Zeitung" erschien mehr als ungewiss, als ÖVP und FPÖ in ihrem Regierungsprogramm sowohl die Pflichtveröffentlichungen von Firmen als auch die staatlichen Verlautbarungspflichten im Amtsblatt zur Disposition stellten. Medienminister Gernot Blümel (ÖVP) hielt bald darauf fest, dass die Regierung grundsätzlich zum Weiterbestand des Blatts, das sich stolz die älteste Zeitung der Welt nennt, steht.

Die "Wiener Zeitung" brauche aber ein langfristiges und zukunftssicheres Konzept, so die Stoßrichtung der Regierung. Bevor die Pflichtveröffentlichungen abgeschafft werden "sollen daher neue Geschäftsmodelle und Szenarien als künftige Entscheidungsgrundlage für die Zukunft des Unternehmens erarbeitet werden", hieß es auch im Bundeskanzleramt gegenüber der APA.

Die "Restrukturierung und die Umsetzung der zukünftigen neuen strategischen Ausrichtung" soll somit die Hauptaufgabe des neuen Geschäftsführers werden. Das sei auch der Grund, warum die Position auf drei Jahre ausgeschrieben wird, erklärte eine Sprecherin Blümels.

Funktionsperiode beginnt am 1. Juli

Laut Ausschreibung werden neben Ausbildung und Erfahrung im Medienmanagement denn auch "Expertise im Bereich Digitale Medien", "Erfahrung in der Restrukturierung und Neuorganisation" sowie "Erfahrung im Bereich der Unternehmensplanung in Hinblick auf digitale Geschäftsmodelle" gefragt. Die Bewerbungsfrist läuft ein Monat, die Funktionsperiode beginnt am 1. Juli.

Vorerst offen ist, wie es in der Chefredaktion der "Wiener Zeitung" weitergeht. Stellvertreter Walter Hämmerle übernahm diesen Job interimistisch im Oktober 2017 nach der abrupten Abberufung von Reinhard Göweil. Die Chefredakteursfrage sorgt seitdem immer wieder für Spekulationen. Sie sei aber getrennt von der nun erfolgten Ausschreibung zu betrachten, hieß es im Bundeskanzleramt.