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Redakteursrat will neue Fehlerkultur im ORF

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Beim nächsten Redakteursausschuss soll eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden, die Leitlinien für den Umgang mit journalistischen Fehlleistungen erarbeitet.

Wohl im Zusammenhang mit der Aufregung rund um einen Beitrag im ORF Tirol sprach sich der ORF-Redakteursrat am Montag "für eine Verbesserung des internen Systems von Qualitätskontrolle und Qualitätsmanagement aus." Zwar seien Fehler in der redaktionellen Berichterstattung die Ausnahme und nicht die Regel - "aber sie können passieren", hieß es in einer Aussendung, die mit "Der Redakteursrat: Dieter Bornemann, Peter Daser, Margit Schuschou" unterfertigt war.

Trotz aller Sorgfalt seien Fehler – gerade in Redaktionen, die jeden Tag unter höchstem Zeitdruck produzieren müssen - niemals vollkommen auszuschließen. Die Frage sei allerdings, wie man als größtes Medienunternehmen des Landes damit umgehe. Bereits jetzt gebe es zahlreiche Möglichkeiten, sich als Betroffener gegen mögliche Fehler in der Berichterstattung zur Wehr zu setzen, etwa über den Beschwerdeausschuss des Publikumsrates oder die unabhängige Medienbehörde KommAustria.

"In unserem eigenen Interesse sind aber die schnelle Korrektur, ein transparenter Umgang und der Ausdruck des Bedauerns und falls notwendig eine Entschuldigung für die Glaubwürdigkeit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unumgänglich. Denn die Glaubwürdigkeit kann sehr schnell verspielt sein, wenn das Publikum den Eindruck gewinnt, die Informationen seien nicht verlässlich. Selbstkritik ist notwendig – gerade im Journalismus, der kritische Fragen stellen muss. Auch sich selbst gegenüber. Journalistinnen und Journalisten legen an Verantwortungsträger hohe Maßstäbe an – die gelten auch für Redaktionen", hieß es in der Aussendung. 

Daher wolle man beim nächsten Redakteursausschuss eine Arbeitsgruppe einsetzen, die Leitlinien für den Umgang mit journalistischen Fehlleistungen erarbeitet. „Wir müssen offen und transparent mit unseren eigenen Fehlern umgehen. Das Publikum muss sich weiter darauf verlassen können, wenn im ORF ein Fehler passiert, wird dieser rasch richtig gestellt. Nur so verdienen wir das Vertrauen des Publikums“, so der Vorsitzende des Redakteursrates, Dieter Bornemann. Eine transparente Fehlerkultur sehe man "als Verpflichtung gegenüber unserem Publikum und unserem Berufsstand."

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