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Ranking: Das sind die größten PR-Agenturen Österreichs

Die Geschäftsführung der Grayling Austria.
© Inge Prader

Die Spitze kämpft mit Verlusten, etwa durch niedriges Preisniveau im Social-Media-Bereich, und zunehmendem Projektgeschäft statt langfristiger Etats. Das Agentur-Mittelfeld lässt mit Umsatzsprüngen aufhorchen.

Im Zeitalter der Digitalisierung prägen Geschwindigkeit und neue Anforderungen der Kunden den PR-Alltag. Längst hat sich durch diese Entwicklung die Rolle der PR-Agenturen von reinen Kommunikatoren zu Orientierungs- und Strategiegebern für ihre Kunden entwickelt. Der volatile Markt setzt den großen Flaggschiffen zu, das Mittelfeld legt zu. Das bestseller-PR-Agentur-Ranking 2016 zeigt die großen Agenturen noch immer an der Spitze; jedoch mussten Grayling Austria (Platz eins), Ecker & Partner (Platz zwei) und Rosam.Grünberger|Change Communications (Platz drei) Verluste hinnehmen. So verbuchte Grayling Austria 2016 ein Minus von 9,7 Prozent im Honorarumsatz im Vergleich zum Vorjahr. Waren es 2015 noch 5,974 Millionen Euro Honorarumsatz, sank dieser 2016 auf 5,397 Millionen Euro. Laut Sigrid Krupica, Geschäftsführerin der Agentur, sei „diese Schwankungsbreite üblich. Die Auftragslage und der Kundenstock halten sich erfreulich stabil, wir bewegen uns auf hohem Niveau.“

Trotzdem – das Minus bleibt. Krupica zeigt sich wenig besorgt und führt den Verlust auf das sich verändernde Geschäftsmodell zurück: „Vertragskunden erwarten zunehmend einen All-inclusive-Service, beispielsweise für Foto-, Grafik- und Übersetzungsleistungen, die nicht separat verrechnet werden können.“ Einen anderen Grund sieht Krupica im niedrigen Preisniveau im Bereich Social-Media-Kommunikation, das sich auch auf den Umsatz auswirkt. Bereits knapp 30 Prozent des Geschäfts bei Grayling macht die Social-Media-Kommunikation aus, weiß Krupica. Trotz des niedrigen Preisniveaus sieht Krupica Social Media als „zentrales Investment in die Zukunft unserer Agentur“.

Auch Ecker & Partner konnte 2016 zwar Neukunden, wie beispielsweise die Corporate Communications für Oracle Austria, gewinnen, strich jedoch ein Minus von neun Prozent im Honorarumsatz ein. Konnte die Wiener Agentur 2015 noch 5,004 Millionen Euro verbuchen, lag ihr Honorarumsatz 2016 bei 4,555 Millionen Euro. Geschäftsführer Axel Zuschmann führt den Umsatzrückgang auf den volatilen Markt zurück, „in dem seit Jahren die Etats immer geringer und zeitlich limitierter und in dem die Monatspauschalen vom Projektgeschäft abgelöst werden“. Auch seien die öffentlichen Ausschreibungen „verbürokratisiert und finanziell extrem  limitiert“, klagt Zuschmann. Dabei sei für ihn klar, dass in so einem Markt „alle Teilnehmer doppelt so schnell für dasselbe Budget laufen müssen. Da ist ein geringer Umsatzrückgang ganz normal.“ Abgesehen davon seien für Ecker & Partner nicht die Umsatzzahlen ausschlaggebend, sondern die Kundenzufriedenheit und der Gewinn. Man setze hier auf „den weiteren Qualitätsausbau in Ausbildung und Kundenbetreuung“, sagt Zuschmann – besonders im Bereich Public Affairs, da „mittlerweile die Hälfte unserer Anfragen und Neukunden aus diesem Bereich kommt“.

Hier die Top-15 PR-Agenturen in der Übersicht

  1. Grayling Austria (5,397 Millionen Euro Honorarumsatz 2016, -9,7 Prozent gegenüber 2015)
  2. Ecker & Partner (4,555 Mio, -9 Prozent)
  3. Rosam.Grünberger | Change Communications (3,740 Mio, -5,3 Prozent)
  4. ikp (3,517 Mio, +0,1 Prozent)
  5. The Skills Group (2,891 Mio, +1,4 Prozent)
  6. Unique Public Relations (2,330 Mio, +12,6 Prozent)
  7. asoluto (2,039 Mio, -5,1 Prozent)
  8. currycom communications (1,910 Mio, +1,4 Prozent)
  9. Himmelhoch (1,904 Mio, +26,1 Prozent)
  10. Milestones in Communication (1,668 Mio, -19,5 Prozent)
  11. Kobza Integra Public Relations (1,475 Mio, +29 Prozent)
  12. Plenos Agentur für Kommunikation (1,313 Mio, -10,7 Prozent)
  13. Reichl und Partner Public Relations (1,292 Mio, +5 Prozent)
  14. wikopreventk (1,202 Mio, -2,5 Prozent)
  15. alphaaffairs (1,184 Mio, +1,3 Prozent)

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