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Qualität in rauen Zeiten

© Sabine Klimpt / Manstein Verlag

Der Agenturmarkt wandelt sich derzeit auch strukturell. Das wird den Wettbewerb weiter anheizen – mit klaren Erfolgsaussichten. Leitartikel von Jürgen Hofer, Chefredakteur

Dieser Leitartikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 24/2019 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Stillstand ist der Branche ohnehin ein Fremdwort, das derzeit zu verspürende Tempo der Veränderung kann sich aber trotzdem sehen lassen. „Ich kann mich gar nicht mehr an vor fünf Jahren erinnern, so schnell wie sich Veränderungen in unserem Bereich manifestieren“, meint ein Agenturmanager aktuell im HORIZONT-Dossier Mediaagenturen. Das zeigt vor allem eine inhaltliche Transformation und einen Wandel der Agenden, der sich gewaschen hat. Nicht nur bei Mediaagenturen, aber exemplarisch dargelegt, verändern sich Aufgabengebiete grundlegend, werden neue Tools geschaffen und implementiert, neue Talente mit völlig anderen Fähigkeiten gebraucht, erwarten Kunden andere Leistungsportfolios.

Neben der inhaltlichen Komponente fordern aber auch die strukturellen Rahmenbedingungen heraus. Das ist an sich nicht neu, derzeit stattfindende Bestrebungen skizzieren aber den weiteren Weg. Die GroupM, einst klassische Mediaagentur-Gruppe, forciert das Thema Content und übernimmt damit völlig neue Agenden. Berater Accenture kauft den einstigen Digital- und Dialogspezialisten Wunderman PXP, der heute unter PXP/X firmiert und wagt damit völlig neue Schritte abseits des Kerngeschäfts (das Interview mit den Managern lesen Sie im Übrigen in der kommenden HORIZONT-Ausgabe).

Die Hintergründe sind nur zu logisch, es geht um das Kompensieren unter Druck geratener Geschäftsmodelle ebenso wie das Erschließen völlig neuer Einkommenszweige. Das ist absolut legitim. In der Konsequenz krempelt das den Markt trotzdem gehörig um. Einstige Domänen existieren so nicht mehr – im Prinzip kann jeder Media, kann jeder Werbung, kann jeder Beratung leisten. Die Frage bleibt nur, wer es besser kann – und das entscheidet im Endeffekt der Kundenerfolg, sprich der Markt. Einstige Platzhirschen werden Eindringlinge mit ihrem etablierten Know-how versuchen zurückzuweisen. Das belebt den Markt weiter. Und im Endeffekt punktet ohnehin die Qualität.