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ProSiebenSat.1 veröffentlicht Jahreszahlen 2017

Thomas Ebeling
© APA/dpa

Zum Abschied präsentierte Vorstandsvorsitzender Thomas Ebeling gute Jahreszahlen für 2017: Der Umsatz stieg um 7 Prozent, der Gewinn um 3 Prozent.

An seinem letzten Amtstag als Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat.1-Gruppe präsentierte Thomas Ebeling noch die Geschäftszahlen 2017. Sein Nachfolger Max Conze, der zum 1. Juni 2018 übernimmt, war gestern bereits angekündigt worden. Und die Zahlen des Konzerns lesen sich gut: 2017 wuchs der Konzernumsatz um 7 Prozent auf 4.078 Mio Euro (Vorjahr: 3.799 Mio Euro). Zugleich erhöhte sich das adjusted EBITDA um 3 Prozent auf 1.050 Mio Euro (Vorjahr: 1.018 Mio Euro). Der bereinigte Konzernüberschuss übertraf den Vorjahreswert ebenfalls um 3 Prozent und erreichte 550 Mio Euro (Vorjahr: 536 Mio Euro). Insgesamt erwirtschaftete der Konzern im Gesamtjahr 51 Prozent des Konzernumsatzes außerhalb des TV-Werbegeschäfts (Vorjahr: 47%).

Thomas Ebeling war zum Abschied stolz: „Wir hatten 2017 einen starken Endspurt. So konnten wir auf Jahressicht weiter profitabel wachsen und haben erstmals die Umsatzmarke von 4 Mrd Euro übertroffen. Im Vergleich zu 2009 ist das eine Steigerung von knapp 50 Prozent. Im selben Zeitraum haben wir den Nettogewinn verdreifacht und die Nettofinanzverschuldung etwa halbiert. So eine Leistung ist in einem hoch dynamischen Umfeld wie der Medienbranche einmalig und ich bin stolz darauf, diesen Weg mit diesem großartigen Team gegangen zu sein.“

Erstmals mit ATV
Im Segment Broadcasting German-speaking stieg der Außenumsatz im Gesamtjahr 2017 leicht um 1 Prozent auf 2.239 Mio Euro. Nach einem herausfordernden zweiten und dritten Quartal 2017 im TV-Werbegeschäft haben sich im vierten Quartal die TV-Werbeeinnahmen der Gruppe in Deutschland, Österreich und der Schweiz wieder deutlich positiv entwickelt. Insgesamt wuchsen sie in diesem Zeitraum im mittleren einstelligen Prozentbereich gegenüber dem Vorjahr. Auf Gesamtjahressicht lag das TV-Werbegeschäft auf Vorjahresniveau. Zum leichten Segment-Umsatzwachstum haben zudem die Distributionserlöse sowie die Akquisition von ATV beigetragen. Zum ersten Mal war in den Zahlen auch ATV enthalten - durch den Kauf habe man die Marktposition in Österreich gestärkt, hieß es in der Präsentation.

Im Segment Digital Entertainment entwickelten sich besonders Studio71 sowie das AdTech-Portfolio positiv und leisteten einen Beitrag zur Steigerung des Umsatzes. Dieser lag im Gesamtjahr bei 463 Mio Euro und einem Plus von 5 Prozent. Gegenläufig wirkten sich weiterhin die strukturellen Herausforderungen im Musik- und Event-Geschäft (Adjacent) aus. Zuletzt hatte ProSiebenSat.1 das Engagement im AdTech-Geschäft weiter ausgebaut und das Portfolio durch Investitionen in das Technologie-Unternehmen AdClear, die Influencer-Marketing-Plattform Buzzbird, den Social-Advertising-Anbieter esome sowie den E-Commerce-Vermarkter Kairion ergänzt.

Der wichtigste Wachstumstreiber für die ProSiebenSat.1-Gruppe war auch 2017 das Segment Digital Ventures & Commerce. Hier erhöhte ProSiebenSat.1 den Außenumsatz um 30 Prozent auf 996 Mio Euro, wobei besonders die Online-Plattformen Verivox, Amorelie und Flaconi zum organischen Wachstum beitrugen. Große Erfolge in diesem Segment waren im vergangenen Jahr die Veräußerung des Online-Reisebüros Etraveli sowie der Erwerb der Mehrheitsbeteiligung an der Jochen Schweizer GmbH, einem führenden Anbieter für Erlebnisgeschenke.

Der Außenumsatz im Segment Content Production & Global Sales verringerte sich 2017 leicht um 3 Prozent auf 352 Mio Euro. Hier prägten insbesondere Währungseffekte sowie eine teilweise Verschiebung von Produktionen im US-amerikanischen Markt in das nächste Jahr die Segment-Entwicklung. Zuletzt erwarb Red Arrow Studios die Mehrheit am US-amerikanischen Filmvertrieb Gravitas Ventures und vergrößerte damit das Vertriebsnetzwerk, den Programmkatalog sowie die Co-Produktions- und Co-Finanzierungsmöglichkeiten der Gruppe deutlich.  

Drei-Säulen-Strategie
Seit Jahresanfang gliedert ProSiebenSat.1 den Konzern in die drei Säulen „Entertainment“, „Content Production & Global Sales“ und „Commerce“. Damit reagiert die Gruppe auf das dynamische Umfeld und positioniert sich in verbesserter Aufstellung für weiteres profitables Wachstum.

Conrad Albert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und General Counsel der ProSiebenSat.1 Media SE, sagt: „2018 steht bei ProSiebenSat.1 im Zeichen der Neuausrichtung. Die Medienbranche verändert sich laufend. Deshalb ist es essentiell, dass wir unsere Organisation und Kostenstrukturen dementsprechend neu aufstellen, um maximal in die Zukunft unseres Unterhaltungsgeschäfts zu investieren und für unsere Zuschauer und Werbekunden im deutschsprachigen Raum weiterhin die Nummer 1 zu bleiben.“

Deal mit General Electric
Im Zuge der kontinuierlichen Diversifizierung und Transformation der Gruppe hat ProSiebenSat.1 einen Minderheitsanteil von 25,1 Prozent an der Commerce-Sparte NCG – NuCom Group an General Atlantic veräußert. Zusammen mit dem internationalen Finanzinvestor will der Konzern das profitable Wachstum des Commerce-Geschäfts weiter beschleunigen sowie selektiv in weiteren Märkten investieren, um europäische Marktführer aufzubauen. Im Zusammenhang mit dieser Transaktion hat die NuCom Group nun bereits ausstehende Minderheitsanteile an Verivox, der Parship Elite Group und der SilverTours GmbH (billiger-mietwagen.de) übernommen.

„Mit General Atlantic haben wir den perfekten Partner für unser Commerce-Geschäft gefunden und den Startschuss für den Portfolioausbau sowie die weitere Beschleunigung des Wachstums in diesem Bereich gegeben. Zum Abschluss meiner Zeit bei ProSiebenSat.1 ist diese Transaktion für mich ein wichtiger Meilenstein. Ich wünsche dem Management-Team und allen Mitarbeitern alles Gute für die Zukunft und verabschiede mich heute von einem sehr gut aufgestellten Unternehmen“, sagt Thomas Ebeling.

Finanzausblick
Der Verschuldungsgrad, also das Verhältnis von Nettofinanzverschuldung zum adjusted EBITDA des Konzerns, soll sich auch zum Jahresende 2018 zwischen 1,5 und 2,5 bewegen. Zum Jahresende 2017 betrug der Verschuldungsgrad 1,6 (Vorjahr: 1,9). Zudem sollen jährlich 80 bis 90 Prozent des bereinigten Konzernjahresüberschusses als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Der Vorstand empfahl daher eine erhöhte Dividende von 1,93 Euro je Aktie vorzuschlagen (Vorjahr: 1,90 Euro). 

Jan Kemper, Finanzvorstand der ProSiebenSat.1 Media SE, sagt: „2018 treiben wir die bisher größte Transformation unseres Unternehmens voran und stellen unser Kerngeschäft Entertainment zukunftsfit auf. Gleichzeitig sorgen wir für die richtige Fokussierung, um unsere digitalen Wachstumsfelder weiter auszubauen. Wir sind überzeugt, dass wir auf diese Weise unsere bewährte Kombination aus Umsatzwachstum und Profitabilität auch in diesem Jahr fortsetzen.“

ProSiebenSat.1 rechnet damit, 2018 den Konzernumsatz weiter zu steigern. Die Profitabilität bzw. Marge des adjusted EBITDA der Gruppe soll dabei weiterhin im mittleren 20-Prozentbereich und damit auf dem hohen Niveau des Vorjahres bleiben. Für den bereinigten Konzernjahresüberschuss geht die Gruppe von einer Konversionsrate des adjusted EBITDA zum bereinigten Konzernüberschuss auf dem hohen Niveau des Vorjahres aus. Zusätzliche Beiträge durch Akquisitionen, die in diesem Jahr gegebenenfalls erfolgen, sind in diesem Finanzausblick noch nicht berücksichtigt.

Auch mittelfristig will der Konzern sein profitables Wachstum fortsetzen und strebt bis 2022 pro Jahr einen durchschnittlichen Umsatzanstieg im mittleren einstelligen Prozentbereich an. Gleichzeitig rechnet der Konzern mittelfristig mit einer weiteren Steigerung des operativen Ergebnisses und einer Profitabilität im mittleren 20-Prozentbereich bezogen auf das adjusted EBITDA. 

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