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Problemfaktor Papierpreise

© Ian Ehm

Verleger können die Mehrkosten durch höhere Tarife nur bis zu einem gewissen Grad kompensieren. Es braucht gemeinsame Lösungen. Leitartikel von Marlene Auer, Herausgeberin und Chefredakteurin

Dieser Leitartikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 45/2018 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Die Lage ist angespannt: Die Papierpreise ziehen weiter an, bringen Druckereien und in weiterer Folge Verlage unter Druck. Ein Ende ist nicht in Sicht, der Zenit noch nicht erreicht. Ein Umstand, der durchaus problematisch ist und noch schwieriger werden könnte, müssen die Mehrkosten doch gedeckt werden – und das in einer Branche, die bereits seit Jahren unter massivem Druck steht.

Natürlich könnte man einfach die Verkaufspreise von Zeitungen und Magazinen erhöhen, und die Abopreise steigern – doch damit werden Auflagenrückgänge riskiert, die sich wiederum auf die Vermarktungstarife auswirken. Nicht wenige Verleger planen Blatt­umfänge dichter, das ist logisch und nachvollziehbar – doch auch hier gibt es eine Grenze. Werden Produkte komplett ausgedünnt oder gar nur noch mit Content-Marketing-Beiträgen oder Werbung gefüllt, verscheucht man zusehends die Leser – und damit Abonnenten. Und wo keine Leser, da wirkt auch keine Werbung. Ein Szenario könnte folglich sein: Printleser weichen auf Online-Angebote aus, doch auch diese haben noch nicht lukrative Erlösmodelle hinterlegt. Damit bleibt das Gedruckte für viele Verlage weiterhin wichtigste Einnahmequelle. Angesichts der aktuellen Lage ist es daher besonders wichtig, in den Dialog zu gehen – von Druckerei zu Verlag, und von Verlag zu Anzeigenkunde. Denn Werbung in einem klassischen Medium wie Print ist immer noch um Welten effektiver als im Netz, wo Themen wie View­ability und Brand Safety immer noch nicht zufriedenstellend gelöst sind. Es gilt, gemeinsam Lösungen zu finden.

Darüber hinaus könnte gezieltere Papierauswahl, Optimierungen in der Produktionskette (etwa bei Druck- und Bindetechniken) zu Besserung führen, ohne dabei Qualität einbüßen zu müssen. Damit der Druck wieder abnimmt – im positiven Sinn gesehen.

 

Lesen Sie zu diesem Thema: Unter Druck

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