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Organischer Traffic über Google & Co geht weiter zurück

23 Prozent aller Seitenbesuche gingen von organischen Suchergebnissen aus, ein Minus von sechs Prozent – das gilt für alle relevanten Suchmaschinen.
© Google

Ein Trend der letzten Monate setzt sich fort: Immer weniger Suchanfragen bei den großen Suchmaschinen führen zu einem Klick.

Wie der Digital Marketing Report für Q2 2019 von Mekle zu Tage fördert, sind die Klickraten bei organischen Suchanfragen auf Google & Co weiterhin im Sinken begriffen. Vor allem zwei Gründe sind für diese Entwicklung verantwortlich: Die zunehmende Präsenz von Paid Search Visits und die detaillierte Information auf Google direkt, die den User dazu veranlassen, keinen weiteren Klick mehr zu tätigen.

Die wichtigsten Erkenntnisse des aktuellen Reports im Überblick:

•    Die Ausgaben für Google Search Ads sind im Vorjahresvergleich um 15 Prozent gestiegen, jene für Amazon Sponsored Products um 12 Prozent.
•    23 Prozent aller Seitenbesuche gingen von organischen  Suchergebnissen aus, ein Minus von sechs Prozent – das gilt für alle relevanten Suchmaschinen. Bei Google gingen die organischen Klicks aus der Suche insgesamt um acht Prozent zurück, bei Yahoo um elf und bei Bing sogar um 26 Prozent. Einzig DuckDuckGo verzeichnete ein Plus bei den organischen Suchanfragen – und zwar um satte 49 Prozent.
•    Weltweit ist Googles Marktanteil aller Suchanfragen von 92 auf 93 Prozent gestiegen.
•    Smartphones und Tablets waren für 59 Prozent aller organischen Klicks verantwortlich.
•    Die Relevanz von Social Media ist vergleichsweise gering: Nur rund vier Prozent der Besuche bei gewerblichen Seiten kommen von Seiten wie Facebook, Instagram oder YouTube. Im mobilen Bereich sind es immerhin fünf Prozent. 
•    91 Prozent der Werbeausgabe auf Facebook entfallen mittlerweile auf den mobilen Bereich. 
•    Advertiser haben auf YouTube ihre Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent gesteigert.

Fishkin-Studie mit ähnlichen Ergebnissen

Bereits im Juni sorgte eine Studie für ähnliche Ergebnisse. SEO-Experte Rand Fishkin hat mit einer Untersuchung der Google-Suchanfragen für Aufsehen in der Branche gesorgt und die Befürchtung vieler Webmaster, E-Commerce-Anbieter und Medienbetreiber bestätigt, wonach nach Google-Suchanfragen die Klicks auf externe Seiten weniger werden. Das Ergebnis in Kurzform: Laut der Analyse von Fishkin ist der Anteil der Suchanfragen über Google, die ohne Klick enden, mittlerweile höher als jener, die mit einem Sprung zu einer anderen Website beantwortet werden. Noch deutlicher wird diese Tendenz, wenn man nur den mobilen Bereich analysiert.

150 Milliarden Suchanfragen

Fishkin hat dazu die Daten des Analyse-Unternehmens Jumpshot gründlich untersucht und sich dabei die Klickgewohnheiten aus dem ersten Quartal 2019 näher angesehen. Demnach hat Google in diesem Zeitraum in den USA über 150 Milliarden Suchanfragen erhalten. Davon wurden 6,01 Prozent auf Google-eigene Seiten weitergeleitet, 0,11 Prozent davon waren bezahlte Anzeigen. Interessant ist auch der geringe Anteil von 3,58 Prozent von bezahlten Klicks auf externe Seiten. So wirklich beeindruckend sind jedoch die Ergebnisse der restlichen Klicks: Organische Klicks auf externe Seiten liegen bei 41,45 Prozent. Suchanfragen, die ohne finalen Klick auskommen, liegen deutlich darüber bei 48,96 Prozent. 

Noch extremer ist die Auswertung der Daten, wenn man den mobilen Bereich ansieht. Der „No-Click“-Anteil auf Smartphones liegt mittlerweile bei 61,2 Prozent, die Click-Through-Rate (CTR) für organische Ergebnisse sinkt auf 35,3 Prozent. 
 

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