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ORF-Gebühren: Wrabetz beantragt 7,7 Prozent Plus

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.
© Ian Ehm

Dazu kommt ein Sparpaket in der Höhe von 300 Millionen Euro.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz wird eine Gebührenerhöhung um 7,7 Prozent beantragen, wie er am Montag vor Journalisten bekannt gab. Damit würde das Programmentgelt monatlich um 1,25 Euro auf 17,41 Euro pro Monat steigen. ORF-Kunden würden demnach künftig 56 statt bisher 52 Cent pro Tag zahlen, rechnete der ORF-Chef vor. Wrabetz begründete den Antrag auf Erhöhung mit dem Ausbau des öffentlich-rechtlichen Auftrags, wie eben ORF3, der TV-Thek, der TV-Information oder dem Korrespondentennetz. Der Antrag auf Erhöhung muss wie die weiteren Pläne Wrabetz' jedoch noch vom Stiftungsrat in seiner Sitzung am 15. Dezember bestätigt werden.

Der Finanzplan für 2017, den Wrabetz dabei dem obersten ORF-Gremium vorlegen wird, sieht Umsatzerlöse von 972,4 Millionen Euro vor, 627,5 Millionen Euro entfallen auf Programmentgelte, knapp 220 Millionen Euro will der öffentlich rechtliche Rundfunk mit Werbeerlösen erzielen. Das laufende Jahr 2016 werde man mit einem plus von 3,1 Millionen Euro vor Steuern abschließen.

 

Personalstand um 300 Mitarbeiter reduzieren

Neben der Erhöhung der Gebühren präsentierte Wrabetz notwendige Sparpläne, um auch künftig ein ausgeglichenes Ergebnis erzielen zu können. Das Sparpaket ist dabei gesamt 300 Millionen Euro schwer, der Plan wird in Schritten umgesetzt und der Stiftungsrat laufend informiert. Bis 2020/21 soll aus einer Folge davon der Personalstand um 300 Personen sinken. Gelingen soll das durch 600 Pensionierungen in den laufenden Jahren, von denen nur 300 nachbesetzt werden. Vor allem in den Bereichen Produktion und Verwaltung werde nicht nachbesetzt werden.

Weiters kündigte Wrabetz an, den Spartensender ORF3 weiter auszubauen, Landessstudio-Produktionen sollen gehalten werden. Dem Sparkurs zum Opfer fallen neue Geschäftsfelder: So wird der kürzlich gestartete Start Up-Cluster wieder beendet. Online werde man zudem keine neue Produkte lancieren, im Radiobereich werde es kein DAB und kein DAB plus geben. Flimmit will Wrabetz redimensionieren.

 

Einsparungen bei Küniglberg Neu

Neuigkeiten kommunizierte der ORF-Generaldirektor auf Nachfrage auch in Sachen Küniglberg Neu: So sollen im Rahmen des Umbaus Teile des Projekts überarbeitet werden. Nachdem zuletzt Stiftungsräte über drohende Verzögerungen informiert worden waren, betonte Wrabetz am Montag erneut, mit den vorgesehenen Mitteln Auslangen zu finden. 100 Millionen Euro werde man jedoch nicht oder erst in späteren Tranchen investieren. Dies betrifft Architektur und vor allem den gesamten Technikbereich - neue Produktionsmethoden würden ein günstigeres Produzieren möglich machen, bestimmte Investitionen würden später kommen als derzeit geplant.

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