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ORF Enterprise verkauft "GMÖ"-Gemeindeporträts

Eva Pölzl und Lukas Schweighofer melden sich ab Ende März aus den unterschiedlichsten Regionen des Landes.
Frühfernsehen im ORF: Eva Pölzl und Lukas Schweighofer wünschen ?Guten Morgen Österreich?
© ORF/Thomas Ramstorfer

Redaktionelle Unabhängigkeit soll gewahrt werden, bis zu 3.000 Euro von Gemeinden

Um das Ende März startende Frühformat "Guten Morgen Österreich" zu finanzieren, will der ORF auch Gemeindeporträts verkaufen, das berichten die "Oberösterreichischen Nachrichten". Konkret läuft die Sache so ab: Da sich die Moderatoren Eva Pölzl und Lukas Schweighofer fast täglich von anderen Orten melden, sollen diese Gemeinden und Regionen in kurzen Filmen vorgestellt werden. Diese Beiträge sollen laut ORF ausschließlich von der Redaktion verantwortet werden, einen Eingriff die die redaktionelle Unabhängigkeit soll es nicht geben. 

Auch für die Ausstrahlung in der Sendung müssen die Gemeinden nichts zahlen. Sie können die Beiträge nach der Ausstrahlung aber über die ORF Enterprise erwerben und dann auch kommerziell nutzen, etwa indem sie die Videos auf ihren Webseiten oder auf Tourismus-Messen zeigen. Dass der ORF TV-Material nach der Ausstrahlung weiterverkauft, ist gängige Praxis.

Die Gemeinden sollen laut Gemeindebundpräsident Helmut Mödlhammer etwa 3.000 Euro zahlen. Bei 250 Gemeinden pro Jahr macht das 750.000 Euro. Damit lässt sich "Guten Morgen Österreich" zwar nicht finanzieren, es ist aber auch schon mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Vor allem in Anbetracht der zu erwartenden geringen Werbeeinspielung. "Wir sind mit der Werbezeit limitiert und wir platzieren unsere Werbeblöcke natürlich in den reichweitenstärksten Zonen, und das ist naturgemäß eher am Abend", sagte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz im November im HORIZONT-Interview. Stattdessen setze man verstärkt auf Sonderwerbeformate. 

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