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ORF-Chef Wrabetz: 100 Millionen Euro weniger bedeuten 1.500 Arbeitsplätze

© David Bohmann

Budgetfinanzierung würde politischen Einfluss erhöhen, Reduzierung der Mittel die ORF-Angebote "substantiell" bedrohen.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz hat am Dienstag im Gespräch mit Journalisten erneut vor einer im Raum stehenden Budgetfinanzierung sowie Kürzungen der Mittel gewarnt. Wrabetz sprach dabei von „massiver politischer Einflussnahme und Reduktion der Einnahmen bei der Finanzierung aus dem Budget“. Die Regierung arbeitet derzeit ja am neuen ORF-Gesetz, ein Auftritt von FPÖ-Finanzstaatssekretär Hubert Fuchs in der ORF-Pressestunde am Sonntag hatte die Debatte um eine mögliche Finanzierung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks aus dem Budget erneut ins Rollen gebracht. Die Bundesländer sprachen sich in der Folge klar dagegen aus, Medienminister Gernot Blümel hielt sich bedeckt.

Wrabetz selbst betonte, dass eine komplette Finanzierung des ORF aus dem Budget bei gleichbleibenden Mitteln den Finanzminister bis zu 906 Millionen Euro kosten würde – und schlüsselt das mit 138,5 Millionen Euro Bundesanteil, 146,8 Millionen Euro Landesabgaben, 620,7 Millionen Euro ORF-Programmentgelt und gut 16 Millionen Euro GIS-Anteil auf. Dabei würde der ORF dann mit anderen Budgettöpfen konkurrieren, und es stelle sich die Frage, so Wrabetz, „ob zwei Panzer mehr gekauft werden oder das Filmbudget erhöht wird“. Es sei zudem „nicht vernünftig, dass der ORF-Chef mit einem Minister den Etat verhandelt“, so Wrabetz.

Sparpotenziale "voll ausgeschöpft"

Eine Reduzierung, wie zuletzt medial kolportiert, um 200 Millionen Euro bedeute, „dass der Angebotsumfang des ORF substantiell nicht aufrecht zu erhalten ist“, so Wrabetz. „Die Einsparungspotenziale sind voll ausgeschöpft“, so der ORF-Chef auch mit Verweis auf bereits laufende Sparmaßnahmen. Derzeit läuft ja ein 2016 definiertes Sparpaket in der Höhe von gut 300 Millionen Euro bis zum Jahr 2021. Man dürfe den ORF „nicht für kurzfristige politische Erfolge aufs Spiel setzen“. Und: Eine Million Euro weniger Einnahmen würden rund 15 Beschäftige weniger bedeuten, so Wrabetz – 100 Millionen kämen dann 1.500 Arbeitsplätzen gleich. „Bei diesen Beträgen wäre ein Substanzverlust unvermeidbar“, so der Generaldirektor, der die Gebührendebatte auch nicht an seine Person geknüpft sehen will: „Es ist wichtig zu zeigen, dass wir als ORF wichtig für das Land sind. Das wird oft vermischt mit der Frage über meine Person.“ Da würde Wrabetz Seher und Wähler auch einbezogen wissen, sollten gravierende Einschnitte kommen: „Wenn man sagt man entzieht dem ORF 200-300 Millionen Euro bei Halbierung des Angebots, dann müsste man auch das Volk befragen.“

9 Kommentare

  • GB
    ahaa, 100 Mio € / 1500 Leute = 66 666€ Jahreslohnkosten nicht schlecht für Kabelträger, Mikrofonhakter und Schüsselausrichter bzw bei den Kürzungen würden sicher nicht die Obrigkeiten betroffen sein :)
  • Ing.Siegfried Greisinger
    Dieser aufgeblähte Apparat ORF gehört einmal ordentlich evaluiert!! Brauchen wir in jeder Stadt einen Auslandskorrespondenten?? Wer will auf ORF 1 die amerikanischen Filme ?? Muss unbedingt 24 Stunden gesendet werden?Das erhöht den Personalstand gewaltig! Das sind nur einige von den vielen unnötigen Aufwänden! mfG/Siegie
  • Melanie Hafner
    Substanzverlust? .... Von was sprechen wir da bzw. was versteht denn der Herr Generaldirektor unter Substanz? Die nächste Frage ist ja wie weit die politische Einflussnahme auf den ORF nicht schon längst existent ist? Auch ohne Budgetlösung für das "Staatsfernsehen".
  • Bernhard
    Wie viele Mittarbeiter hat der ORF? Wenn man darüber nachdenken kann 1500 Mittarbeiter streichen zu können. Auslandskorrespondenten zu streichen halte ich für einen gewaltigen Fehler! Damit vertraut man nur noch Google und anderen Medien ob das auch stimmt.
  • Ing.Siegfried Greisinger
    Sparpotentiale voll ausgeschöpft??? Hr. Wrabetz , nur einen Tag jedes Programm genau ansehen,dann wissen Sie wo die Potentiale wirklich sind! Ich begleite Sie gerne dabei! Über eine Volksabstimmung nachzudenken,zeigt wie weit weg Sie von ihren Kunden sind!! Da würden Sie eine ordentliche Abfuhr erleiden!
  • Friedrich Jakupec
    ORF zahlt sehr, sehr schlecht! Zumindest versucht uns das Herr Wrabetz unterschwellig zu erklären. Und, leider, viele der Leser glauben das sogar. Also beginnen wir die Rechnung: 100.000.000 / 1.500 Arbeitsplätze = 66.666 / Arbeitsplatz und Jahr. Bei 14 Gehältern/Löhnen sind das 4.762,-- / Monat. Abzüglich Dienstgeber Lohnnebenkosten und kalkulatorische Berücksichtigungen kommen wir auf ein monatliches Bruttogehalt von 2.645 / Dienstnehmer. Lieber Herr Wrabetz! Es gibt nun 2 Möglichkeiten: 1.) Ihre Personalabteilung hat Ihnen falsche Angaben gegeben und Sie selbst haben diesen Fake nicht durchschaut. Ob das für Sie spricht, möchte ich hier nicht bewerten. 2.) Sie haben diese Zahlen selbst fehlerhaft "errechnet" und gehen davon aus, dass Leser und Bevölkerung sooooo dumm sind. Eigentlich sind beide Möglichkeiten kein besonderes Renommese. (Natürlich gilt die Unschuldsvermutung)
  • Gerhard
    Möchte gar nicht wissen wie viel ORF-Leute derzeit unterwegs zu unnötigen Kommentaren und Übertragungen sind!?
  • Aha
    Interessant bei 600 Millionen GIS einnahmen und 3000 angestellten (laut der orf seite https://der.orf.at/unternehmen/der-orf100.html) bedeuten 100 Millionen weniger 50% Personalstreichung. Bei solch einer Spitzenbesetzung im ORF wundert es mich nicht wenn man kein einsparungspotenzial findet
  • FJD
    Wie sinnvoll sind vier Kanäle plus eine Beteiligung bei 3sat wenn mehr als zwei Drittel der Beiträge Wiederholungen sind? Apropos politischer Einfluss: die ersten Wehrwölfe die geheult haben, waren die Landeshauptfrau und die Landeshauptmänner - sind sie nicht Politiker?

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