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Online-Videonutzung kratzt an der 100-Minuten-Marke

Marken sollten sich nicht nur mit In- und Out-Stream-Werbung, sondern auch schon mit Augmented Reality beschäftigen, rät die Studie.
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Online-Video wächst weiter rasant: Schon jetzt ist in einzelnen Ländern die Grenze von 100 Minuten täglich übersprungen, im Jahr 2021 soll das der Durchschnitt sein. Als Treiber sieht Zenith dabei nicht so sehr sich änderndes Medienverhalten per se, sondern die Hardware-Infrastruktur für VoD.

Noch liegt die tägliche durchschnittliche Online-Video-Nutzung im weltweiten Durchschnitt bei 84 Minuten, errechnet der am Montag veröffentlichte "Online Video Forecasts 2019-Report". Schon 2021 soll indes der Schnitt die 100-Minuten-Marke übersprungen haben - das bedeutet, auf das ganze Jahr umgerechnet, 25 Tage Video-Streaming am Stück. Damit schreibt sich die Zuwachsrate von 32 Prozent bei der Verweildauer während der letzten fünf Jahre weiter fort. Das sieht Zenith als "Resultat von verbesserter Qualität und neuen Größen von Displays bei mobilen Endgeräten, sowie schnelleren mobilen Datenverbindungen und steigende Verbreitung internetfähiger Fernsehgeräte".

In China und Schweden - als vorerst einzigen Ländern jenseits der 100 Minuten täglich - liegt die durchschnittliche Online-Videonutzung schon jetzt bei 103 Minuten täglich. Bis  2021 dürften zumindest Indien, Kanada, Mexiko, das Vereinigte Königreich und die USA ebenfalls dazu gehören. Schon heute verbrächten Menschen im Durchschnitt schon halb so viel Zeit mit Online-Videos wie mit konventionellem Fernsehen, unterstreicht Zeniths Head-Forecaster Jonathan Barnard. „Diese schnell wachsende Nutzung regt die Nachfrage durch Werbetreibende an. Online-Video ist deshalb der am schnellsten wachsende digitale Werbekanal."

In-Stream, Out-Stream und AR
 
Zenith prognostiziert, dass die Werbeausgaben für Online-Video von heuer 45 Milliarden US-Dollar auf 61 Milliarden bis 2021 steigen werden, was einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 18 Prozent pro Jahr entspricht. Zum Vergleich: Die Internetwerbung als Ganzes wächst nur um zehn Prozent. Die Fernsehwerbung soll laut den Berechnungen aufgrund schwindender linearer Quoten im gleichen Zeitraum von 183 auf 180 Mrd. US-Dollar sinken. Damit werde Online-Video im Jahr 2021 ein Drittel des gesamten TV-Marktes ausmachen, ist Zenith überzeugt.

Matt James, Global Brand President bei Zenith, erwartet zudem eine weitere Beschleunigung des Geschäfts durch Smart TVs. Neben "klassischen" In-Stream-Ads als Vorspann, Nachspann oder Unterbrecher dürfte dabei vor allem die Bedeutung von Out-Stream-Ads, die parallel zu Inhalten wie Videos, Texten, Bildern und Social-Media-Posts ausgespielt werden, steigen. Marken bräuchten dementsprechend klare Strategien und das Wissen um unterschiedliche Wirkungsweisen, wird gemahnt. Auch sollten Marken darüber hinaus bereits an Augmented-Reality-Werbung denken und so "den Early-Mover-Vorteil nutzen".

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