Horizont Newsletter

Österreicher nutzen mehr digitale Medien, vertrauen ihnen aber weniger

© Yeko Photo Studio - stock.adobe.com

Der internationale Trend zur Nutzung von digitalen Medien bildet sich laut Digital News Report auch in Österreich ab. Zugleich sinkt aber generell das Vertrauen in Nachrichten und Medien.

Österreich folgt dem internationalen Trend zur vermehrten Verbreitung und Nutzung von digitalen Nachrichten. Das ist das Ergebnis des aktuellen Digital News Report 2018. Obwohl traditionelle Medien und deren Verbreitung noch immer eine starke Rolle einnehmen, zeigen sich vor allem Rückgänge bei der Nutzung von traditionellen Medien als Hauptnachrichtenquelle. Darüber hinaus zeigen die heurigen Daten auch einen Rückgang bei Print-Abonnements.

Gleichzeitig konnten Online-Nachrichtenmarken ihre Nutzung steigern und Social-Media gewinnen als Nachrichtenquelle an Bedeutung, wenngleich Facebook als die noch immer meistgenutzte Plattform weniger populär wird. Auch die Bereitschaft für Online- Nachrichten zu bezahlen folgt dem internationalen Trend und ist auch für den österreichischen Markt leicht angestiegen. 

Begleitet werden diese Entwicklungen von einem Rückgang in das allgemeine Vertrauen in Nachrichten und Medien. Verglichen mit dem Vorjahr konnte für das heurige Jahr ein Vertrauensverlust von 4,4 Prozentpunkten festgestellt werden. Das Vertrauen in die eigenen und persönlich genutzten Nachrichtenmarken ist weiterhin angestiegen. Daher kann für das heurige Jahr auch ein Trend zur Polarisierung abgeleitet werden. Die Österreicher vertrauen dem Angebot an Nachrichten und dem medialen System allgemein weniger und bleiben bei ihren persönlich favorisierten Marken und Nachrichtenquellen.

Das Interesse an Nachrichten bleibt weiterhin auf hohem Niveau. Das allgemeine Interesse ist mit 94,8% mit dem Wert aus 2017 vergleichbar (95,5%). Einen Anstieg gab es bei jenen Personen, die, „sehr interessiert“ an Nachrichten sind, (2018: 45,7 %; 2017: 44 %). Dieser Anstieg geht mit einem Rückgang bei den Befragten einher, die „einigermaßen interessiert“ sind (2018: 25,7 %; 2017: 28,1 %).

Soziale Medien als Nachrichtenquelle
Die Bedeutung von Sozialen Medien als Nachrichtenquelle nimmt zu: 48,9% der Befragten geben an, diese Dienste für Nachrichten zu nutzen, was einem Anstieg von 3,6 Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Vor allem für jüngere Personen sind Soziale Medien wichtig für die Nachrichtennutzung: 31% der 18- bis 24-Jährigen nennen diese als ihre Hauptnachrichtenquelle. 

Obwohl Facebook immer noch die meistgenutzte Social Media-Plattform für Nachrichten ist, ergibt sich für das Jahr 2018 ein Rückgang von 3,7 Prozentpunkten (Nutzung von Facebook als Nachrichtenquelle 2018: 30,4 %; 2017: 34,1 %). Andere Social Media-Dienste konnten im Vergleich ihre Nutzung steigern.

Vertrauen und Desinformation
In Österreich kommt es im Vergleich zum Vorjahr 2017 zu einem Rückgang des allgemeinen Nachrichtenvertrauens (40,7%) um 4,4 Prozentpunkte. Diese Veränderungen betreffen überwiegend Nutzende mit bisher hohen Vertrauenswerten, während das allgemeine Nachrichtenvertrauen skeptischer Publikumsgruppen tendeziell unverändert bleibt. Dieser Zusammenhang zeigt sich insbesondere entlang politischer Unterschiede: Politisch in der Mitte (-6,8 Prozentpunkte) und links orientierte (-7,1 Prozentpunkte) Nachrichtennutzerinnen und -nutzer verlieren überdurchschnittlich allgemeines Vertrauen in die Nachrichten, politisch rechts Orientierte nur marginal (-0,8% Prozentpunkte) 

Der ORF, verschiedene Titel der Qualitätspresse und zum Teil auch regional ausgerichtete Medienmarken gehören zu den vertrauenswürdigsten Nachrichtenquellen Nahezu vier von zehn Österreicherinnen und Österreicher äußern Bedenken und sechs von zehn sind schon damit in Berührung gekommen: Desinformationen (“Fake News”) in Online-Nachrichten. Diese beziehen sich hierzulande überwiegend auf schlechten Journalismus und Berichte mit absichtlich verfälschten Tatsachen

0 Kommentare

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder
Netiquette auf HORIZONT online

Das könnte Sie auch interessieren