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Neues am Horizont

© Ian Ehm

Medien, Marketing, Agenturen: Kaum zuvor haben sich die Branchen so rasch verändert wie heute. Groß wie nie ist aber auch das Potenzial.

Dieser Leitartikel ist zuerst in Ausgabe Nr. 8/2019 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Gut Ding braucht manchmal Weile, selbst im Mediengeschäft. Ein Beispiel: Schon 2005 wagte die New York Times den Vorstoß zur Paywall. Und scheiterte kläglich. Die Nachfrage blieb weit unter den Erwartungen, die Nutzerzahlen sanken gewaltig, Digital-Abos wurden zigfach verschenkt. Exakt zwei Jahre nach dem Start zog das Management die Notbremse und stellte das Archiv wieder kostenlos ins Netz, damit Google mehr Treffer liefert, auf diese Weise mehr Traffic schafft, und dadurch mehr Werbegeld generiert werden kann. Seit 2011 rückte man die Inhalte wieder nach und nach hinter die Bezahlschranke, und heute brummt das Digitalgeschäft wie nie zuvor. Jeder vierte Dollar wird mittlerweile mit Onlineprodukten umgesetzt.

Die User waren 2005 noch nicht so weit. Sind sie es 2019? Durchaus, und immer mehr, auch in Österreich. Zwar experimentieren viele Verlage noch mit Paid Content, und jedes Haus muss seinen eigenen Weg finden, denn einheitliches Erfolgsrezept gibt es nicht. Aber fast alle sind sich einig: Die Zeit ist reif. Die Geschäftsmodelle haben sich in rasantem Tempo verändert, es braucht neues Denken in Digitalangeboten und Portfolioaufbau rund um die Kernmarke. Es braucht auch Mut. Die Zeit der Schockstarre in der Ära des Social Webs ist vorbei, klassische Medien kehren zu ihrer Kraft zurück. Nun geht es um kreative Wege, Inhalte je nach Kanal aufzubereiten und auszuspielen. Auch Projekte wie eine Vermarktungsplattform oder eine Log-in-Allianz werden europaweit diskutiert. Es heißt also: Immer in Bewegung bleiben. Aufmerksam sein. Kreativ und experimentierfreudig. Dann werden sich neben traditionellen Geschäftsmodellen auch Chancen für neue ergeben.

Immer in Bewegung bleiben heißt es auch für mich persönlich. Nach dreieinhalb Jahren verlasse ich den Verlag auf eigenen Wunsch, um per März eine neue berufliche Aufgabe anzunehmen. Die Wochenzeitung samt Magazinen und Österreichischen Medientagen kommt in gute Hände: Mein Nachfolger wird mein langjähriger Stellvertreter Jürgen Hofer. Unter seiner Leitung versorgt Sie die Redaktion weiterhin mit Storys und Hintergründen zum Branchengeschehen. Danke für Ihre Treue, den Austausch und das Interesse – bleiben Sie HORIZONT gewogen, bleiben Sie mutig für neue Zeiten.

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