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Medienkompetenz mit digitalem Brockhaus

© Franz Hölzl

Die Enzyklopädie ist nun auch in Österreich digital vertreten – und will ohne vermeintlich verstaubtes Image aktiv eine 'digitale Kultur' mitgestalten.

Der Artikel erscheint auch in der HORIZONT-Ausgabe 40/2018. Noch kein Abo? Hier klicken.

Altehrwürdig, voller Wissen, und dieser Duft alter Bücher. Die gedruckte Brockhaus-Enzyklopädie ist zwar schon seit einigen Jahren Geschichte – ihre digitale Version aber will jetzt den österreichischen Markt erobern. Während der schwedische Mutterkonzern von Brockhaus, NE Nationalencyklopedin AB, 2015 einen Hub in München gegründet hatte, um den deutschsprachigen Raum mit digitalem Wissen zu versorgen, wurde diesen Sommer schließlich in Salzburg ein eigener Standort samt Redaktion für Österreich hochgezogen.

Auf ein Thema legt man bei NE Österreich GmbH Brockhaus, so der volle Unternehmensname, besonders Wert: die Medienkompetenz. So soll demnächst den heimischen Lehrern ein „Medienwissenspaket“ angeboten werden, um selbst Medienkompetenz an die Schüler weitergeben zu können. Schließlich sei die digitale Grundbildung nun verpflichtend, „und die Kinder wissen teilweise noch mehr als die Erwachsenen“, so Veronika Gmachl, Geschäftsführerin der Brockhaus-Österreich-Niederlassung, im HORIZONT-Gespräch.

Über einen Kamm scheren könne man jedoch auch hier nicht: „Es gibt eine über 50-jährige Lehrerin in Wien, die ein Instagram-Star ist. Dann gibt es junge Kollegen, die haben immerhin schon einmal gegoogelt.“ Es gelte nun, eine digitale Kultur zu bilden. Diesen September etwa nahmen elf Schulklassen an der „Fakt oder Fake“-Challenge teil, bei der sie mithilfe der digitalen Brockhaus-Enzyklopädie Medienartikel auf ihren Wahrheitsgehalt überprüften. 

Bezüglich weiterer Zukunftspläne verweist Gmachl auf Schweden, wo bereits drei Viertel der Schulen auf den digitalen Brockhaus zurückgreifen. Derzeit arbeite man sogar an der Einbindung von KI in den Mathematik-Unterricht. Hierzulande plant man aber erst einmal die Umsetzung von „Mobile First, sodass die Kinder einfach ihr Smartphone aus der Schultasche ziehen und lernen können“. Auch anderweitig werde die Digital-Enzyklopädie zunehmend genutzt, etwa im Bereich Wissensmanagement und Design Thinking in Unternehmen sowie von Agenturen, Behörden und Ministerien.

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