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Marius Gebhardt: „Bei einigen Kunden hat unser Push Traffic bereits die Social Kanäle überholt“

© Cleverpush UG

Marius Gehbardt, CTO von Cleverpush, spricht im HORIZONT-Interview über Push-Nachrichten als WhatsApp-Alternative, welche Klickraten erreicht werden und wie der Datenschutz gehandhabt wird.

Ab Dezember wird der Massenversand über WhatsApp endgültig der Geschichte angehören. Viele Medien, auch in Österreich, haben dieses Service mit hohen Klickraten genützt. Zehntausender Leser, Hörer oder Seher wurden so mit wenig Aufwand erreicht. Alternativen sind daher gefragt, eine davon sind Push-Nachrichten. HORIZONT hat mit Marius Gebhardt von Cleverpush über die Potenziale von Push-Nachrichten gesprochen.


Hinweis: Im aktuellen HORIZONT 36 gibt es einen ausführlichen Artikel, wie Medien auf das Wegfallen des WhatsApp-Services reagieren. Noch kein Abo?

 

HORIZONT: Push-Notifications stellen eine Alternative zum massentauglichen WhatsApp-Versand dar, der ab Dezember verboten wird. In welcher Form sind diese Push-Notifications speziell für Medien sinnvoll einsetzbar?

Marius Gebhardt: Push Nachrichten haben mehrere Vorteile, der wohl größte liegt bei der geringen Hürde, die ein Nutzer für eine Eintragung hat. Es reicht ein Klick auf "Erlauben" und schon können Nachrichten versendet werden, die beim Klick darauf eine definierte Seite öffnen. Hierdurch lässt sich relativ schnell eine große Abonnenten-Liste aufbauen, mit der sich der Traffic natürlich signifikant steigern lässt. Bei einigen Kunden hat unser Push Traffic bereits die Social Kanäle überholt.


 
HORIZONT: CleverPush ist auch am österreichischen Markt aktiv, welche Medien setzen auf CleverPush?

Gebhardt: Aktuell setzen unter anderem Kurier.at, Laola1.at, 90minuten.at und Nachrichten.at in Österreich auf CleverPush. In Deutschland nutzen beispielsweise Funke, Burda, WetterOnline oder t3n unser Tool.


 
HORIZONT: Welche Interaktionsraten gibt es mit  CleverPush?

Gebhardt: Das hängt stark von der Zielgruppe und davon ab, wie intelligent diese segmentiert wird. Durch ein intelligentes Targeting über verschiedene Tags (die man bspw. anhand des Surfverhaltens zuweisen kann) verzeichnen Kunden bei uns 10-20% Öffnungsraten, also Klicks auf die Nachrichten. Durchschnittliche Anmelderaten liegen übrigens bei 5-10%.


 
HORIZONT: Welche Innovationen bzw. weiteren Produkte sind in Zukunft geplant?

Gebhardt:  Es sind bei uns einige Dinge in der Pipeline. Zum einen wollen wir uns mehr in die Richtung Multi-Channel-Marketing bewegen, außerdem sind KI Machine Learning natürlich ein großes Thema. Hier arbeiten wir bereits an intelligenten Funktionen, welche automatisiert die Performance der Push Notifications noch weiter verbessern können.


  
HORIZONT: Wie sieht es mit dem Datenschutz aus?

Gebhardt: Das ist beim Web Push eigentlich relativ einfach, da Daten erst nach dem Opt-In des Users gespeichert werden. Die Daten wandern bei uns außerdem nicht außerhalb von Deutschland und werden verschlüsselt übertragen. Natürlich bieten wir einen AVV an, außerdem eine Musterpassage für die eigene Datenschutzerklärung sowie die Möglichkeit, diese beim Opt-In Layer zu verlinken. Entfernt ein User sein Push Abonnement, werden alle Daten über ihn gelöscht.


  
HORIZONT: Kann es passieren, dass Browserhersteller die Push-Funktion deaktivieren?

Gebhardt: Eine komplette Deaktivierung der Web Push Funktionalität halten wir für ausgeschlossen. Regulationen beim Opt-In wären unserer Meinung nach die einzige Karte, die Browser Hersteller in Zukunft ziehen könnten. Daher lohnt es sich definitiv jetzt, zu einer Zeit wo das Sammeln der Abonnements wirklich einfach ist, mit dem Aufbauen eines Push-Newsletters anzufangen.

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