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Keine Desinformation im bevorstehenden EU-Wahlkampf

Der österreichische PR-Ethik-Rat fordert Fair Play im EU-Wahlkampf.
© Apa /AFP

In fünf Punkten hat der PR-Ethik-Rat festgehalten, welche Kriterien von politischen Parteien im Rahmen einer Selbstverpflichtung einzuhalten sind.

"Desinformation ist die fahrlässige oder vorsätzliche Verbreitung von Unwahrheiten und damit eine Gefahr für die Demokratie. Besonders gefährlich sind Desinformationskampagnen in Zeiten bevorstehender Wahlen, zum Beispiel durch die gezielte Verbreitung von unbelegten Behauptungen, nicht verifizierbaren Gerüchten oder Unwahrheiten auf Social Media-Kanälen," heißt es in einer aktuellen Aussendung des Österreichischen PR-Ethik-Rates. Laut einer Eurobarometer-Umfrage aus dem Herbst 2018 befürchten bereits rund 60 Prozent der EuropäerInnen Manipulation, Cyberattacken und intransparente Information im Vorfeld der kommenden Europawahlen. Im Hinblick auf die bevorstehende EU-Wahl fordert der österreichische PR-Ethik-Rat daher die wahlwerbenden Parteien zur Einhaltung einer freiwilligen Selbstverpflichtung zur Vermeidung von Desinformation bei Wahlkampagnen auf. Eine entsprechender 5-Punkte-Plan wurde den österreichischen Parteien heute übermittelt:

- Anerkennung der Verantwortung

- Fairer Wettbewerb

- Orientierung an Fakten

- Transparenz

- Solidarität im Kampf gegen Desinformation

Der PR-Ethik-Rat fordert die Wahltreibenden auf, sich ihrer Kommunikationsmacht bewusst zu werden und diese nicht zu missbrauchen. Veröffentlichungen, die die eigene Position stärken sollen, müssen ausschließlich aus korrekten und jederzeit nachvollziehbaren Informationen bestehen. Jede Partei ist dafür verantwortlich, die betriebenen und genutzten Plattformen frei von Desinformation zu halten. Darüber hinaus appeliert der PR-Ethik-Rat an alle Parteien, die politische Kommunikationsarbeit transparent zu gestalten und fordert gegen Desinformationskampagnen aktiv vorzugehen.

Über den PR-Ethik-Rat

Der Österreichische PR-Ethik-Rat ist ein vom Public Relations-Verband Austria (PRVA) und dem Verein PR Quality Austria eingerichtetes Organ zur freiwilligen Selbstkontrolle der österreichischen PR-Branche auf Einhaltung ethischer Grundsätze in der Öffentlichkeitsarbeit. Er überwacht die Einhaltung ethischer Grundsätze in der Öffentlichkeitsarbeit, untersucht Streitfälle, zeigt Fehlverhalten und Missstände auf. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt darin, Positionen, Prinzipien und Definitionen ethisch korrekten Verhaltens in der PR auszuarbeiten und zu publizieren. Besonders gilt dies für jene Bereiche, in denen ethische Standards (noch) fehlen oder unklar definiert sind. Der PR-Ethik-Rat wird aufgrund von Beschwerden tätig und greift auch selbst Fälle auf. Dem Rat gehören 12 Mitglieder aus allen Bereichen der Gesellschaft an.

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