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iab austria: Erste Auswirkungen der DSGVO

© iab austria

Die Interessenvertretung der Digitalwirtschaft nahm im Wiener weXelerate Innovation Hub rund ein Jahr nach Inkrafttreten der Datenschutzgrundverordnung juristische und wirtschaftliche Aspekte der EU-Verordnung unter die Lupe.

„Österreich war durch das bestehende hohe Datenschutzniveau und die iab-austria-Standards gut vorbereitet. Vieles der Schwarzmalerei ist nicht eingetreten: Die Befürchtung, einer Flut an Beschwerden und Abmahnungen nicht Herr zu werden, war unbegründet. Allerdings hat der mit der Datenschutzgrundverordnung verbundene Aufwand die Unternehmen in ihren digitalen Aktivitäten stark getroffen“, führt iab-austria-Vizepräsidentin Alexandra Vetrovksy-Brychta (Bisnode) ein.

Eine aktuelle Umfrage des iab austria in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut Mindtake unter Verlegern, Agenturen und Vermarktungsunternehmen zeige die drastischen Auswirkungen in den letzten Monaten. 48,7 Prozent der 170 befragten Unternehmen geben an, ihre digitalen Aktivitäten seit Einführung der EU-DSGVO eingeschränkt zu haben. Damit zeichne sich ein ähnliches Bild wie in Deutschland: Laut einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands Digitalwirtschaft (BVDW) haben 43 Prozent der Unternehmen ihre Digitalaktivitäten bereits ein Monat nach Einführung der Verordnung drastisch eingeschränkt.

60,5 Prozent sind der Überzeugung, dass sich die Datenschutzgrundverordnung „sehr negativ“ oder „negativ“ auf die Werbebudgets und Digitalumsätze ausgewirkt habe; immerhin 51,3 Prozent gehen davon aus, dass diese Entwicklung weiter anhalten werde. Erheblich sind auch die Investitionen, die Unternehmen in die Vorbereitung für die Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung getätigt haben. 42,1 Prozent der Befragten haben mehr als 60 Manntage aufgewendet; 17,1 Prozent zwischen 40 und 60 Manntage und 27,6 Prozent immerhin 20 bis 40 Manntage.

Damoklesschwert ePrivacy

Während die Datenschutzgrundverordnung während der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft in wesentlichen Teilbereichen noch angepasst werden konnte, drohe mit der in Verhandlung befindlichen ePrivacy-Verordnung bereits die nächste Gefahr für die Digitalwirtschaft. Die Kombination aus ePrivacy-Verordnung und Datenschutzgrundverordnung könne zu einer Verringerung der Online-Budgets von 45 bis 70 Prozent führen, warnt Vetrovsky-Brychta.

 

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