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Horst Pirker äußert sich zum Druckerstreit

Abgehobene Gehälter führen mittelfristig zu einer "Automatisierung und Rationalisierung" in den Druckereien, warnt Horst Pirker. (c) VÖZ

Der Verlegerpräsident spricht von "Managergehältern" der Druckereiarbeiter und appelliert an die Gewerkschaft weiter zu verhandeln.

Der Verband Österreichischer Zeitungen (VÖZ) appelliert angesichts der gescheiterten Kollektivvertragsverhandlungen der österreichischen Drucker an die Gewerkschaft, von weiteren Kampfmaßnahmen oder gar Streik abzusehen und die Verhandlungen mit den Arbeitgebervertretern umgehend fortzusetzen. Wie HORIZONT Online berichtete, kam es wegen Protestmaßnahmen der Zeitungsdrucker diese Woche zu einer verzögerten Auslieferung österreichischer Tageszeitungen. Hintergrund: Die Arbeitgebervertreter, der Verband Druck & Medientechnik, will den Kollektivvertrag an das deutsche Niveau annähern, um die Wettbewerbsfähigkeit des Druckstandortes Österreich zu steigern.



Horst Pirker, Styria-Boss und VÖZ-Präsident, findet mahnende Worte: "In einer Zeit, in der in den USA jede Woche eine Zeitung zugesperrt wird, für den fortgesetzten Erhalt der Managergehälter der Druckereiarbeiter zu streiken" sei ein "Offenbarungseid des Verantwortungsgefühls der Gewerkschaft", so Pirker gegenüber der APA. Die Gehälter der österreichischen Drucker liegen laut Pirker dank alter Zulagenregelungen zu einem erheblichen Teil jenseits der 100.000 Euro-Marke bei einer 32-Stunden-Woche.

Pirker sieht auch die Arbeitgeberseite in die Pflicht genommen: "Wir bemühen uns viel zu wenig darum, den hoch bezahlten Mitarbeitern in den Druckereien zu vermitteln, dass der kurzfristige Vorteil schon mittelfristig einen hohen Preis hat: beschleunigte Automatisierung und Rationalisierung. Je abgehobener die Gehälter, umso schneller rechnen sich Investitionen."


Ähnliche Töne kommen von Michael Hochenegg, Präsident des Verbandes Druck & Medientechnik. Er spricht ebenfalls von vollkommen veralteten Zulagenregelungen, die den Druckern ein Durchschnittshonorar von 70.000 bis 100.000 Euro sichern würden. Das zu verteidigen sei "Besitzstandswahrung am falschen Platz und macht die Branche kaputt". In Zeiten, "in denen Zeitungen schreckliche Einkommenseinbußen hinnehmen müssen, haben wir gehofft, dass es seitens der Gewerkschaft ein Einsehen gibt". Man wolle nicht in die Grundlöhne eingreifen, sondern nur jene übertriebenen Zulagen abschaffen, um den Betrieben das Überleben zu sichern. Die Arbeitgeber bleiben bei ihrer Forderung, dass sie von den Druckern "ein klares Angebot" erwarten. (Quelle: APA)



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