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Hilfe, die Textroboter kommen!

Wird diese Bildunterzeile demnächst von einem Roboter verfasst?
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Roboter erobern nach und nach verschiedene Branchen. Auch im Journalismus gibt es sie schon - und das wirft Fragen auf.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Bestseller-Ausgabe 1/2016. Hier lesen Sie nur eine stark verkürzte Fassung, den Original-Artikel lesen Sie im aktuellen Bestseller, ein Magazin des Manstein-Verlags, das die Herausforderungen von morgen und übermorgen in den Fokus rückt, auf www.bestseller.at. Die nächste Ausgabe erscheint am 27. April 2016. Hier geht's zur Abo-Bestellung. 

Die Digitalisierung ist, nachdem sie schon die technische Herstellung von Medien revolutioniert hat, nun bei der Produk­tion von Inhalten angekommen. Und wird auch diese ebenso von Grund auf neu regeln. Das betrifft vor allem Journalisten, aber nicht nur. Und wirft ein paar Fragen auf.

1. Welche Jobs sind bedroht und wie schnell gehen sie verloren? 

Genau weiß das kein Mensch, aber es wird rasant passieren. Erste valide Schätzungen finden sich in der Studie "The Future of ­Employment" der Oxford-Ökonomen Carl Benedict Frey und ­Michael A. Osborne von 2013. Sie analysierten 702 Berufe des US-Arbeitsmarktes auf ihre "Wahrscheinlichkeit der Computerisierung" und kamen zu dem Schluss, dass 47 Prozent der dort ­etwa 150 Millionen unselbstständig Beschäftigten in den nächsten zehn, maximal 20 Jahren in die "Hochrisikogruppe" fallen – also von ­Robotern, Maschinen oder Computern ersetzt werden könnten.

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2. Wo nehmen Roboter Journalisten den Job weg? 

Zuerst einmal dort, wo zeitraubende, ungeliebte Routinearbeit zu erledigen ist. Damit begonnen hat der Textroboter Quakebot: Der Algo-Kollege, der am Datenkabel des U. S. Geological Survey hängt, hat in der Los Angeles Times seine erste ­Meldung am 14. März 2014 geschrieben – über ein Erdbeben. Das Datum gilt als Geburtsstunde des Computerjournalismus. Inzwischen sind ­jede Menge solcher Programme im Einsatz. Die Nachrichtenagentur Associated Press lässt seit vergangenem Jahr Finanz­berichte vom Software-Tool Wordsmith verfassen. Anfangs wurden sie noch von einem Redakteur gegengelesen, seit vorigem Oktober nicht mehr. Pro Quartal werden bei AP inzwischen rund dreitausend automatisierte Meldungen erstellt.

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3. Wie gut sind Roboter-Journalisten wirklich?

Verdammt gut, sagt Saim Alkan. Seine Firma aexea rollt gerade den deutschen Markt mit Software für computergenerierte Texte auf, ­aktuell in elf Sprachen. Slogan: "Let us do the writing for you". "Menschen machen Fehler, Automatisierung steigert die Qualität", so Alkan. Zum Beleg kramt er einen Wetterbericht in einer Regionalzeitung hervor, der Satz "In der Nacht scheint nur selten die ­Sonne" ist grell markiert. 

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4. Welche Texter-Jobs sind noch bedroht? 

Vereinfacht gesagt: fast alle, in denen Schreibtalent zweitrangig, trockene Akribie hingegen gefragt ist. Die Software Quill von Narrative Science in Chicago schreibt beispielsweise bis zu 15 ­Seiten lange Unternehmensanalysen für Investoren, abgeleitet aus Bilanzen, Quartalsberichten oder Ad-hoc-Meldungen. Kunden wie der Großbank Credit Suisse sind Stilfragen ziemlich egal, der Text muss bloß kohärent sein. 

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5. Wie rechnen sich Investitionen in Textroboter? 

Im klassischen Journalismus und in der Texter-Branche sind ­Opportunitätskosten-Rechnungen schwer anzustellen. Aber wenn es um Produktbeschreibungen geht, liefert textOmatic für potenzielle Kunden auch gleich eine Musterkalkulation mit. 

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Hier geht's zum vollständigen Original-Artikel

[Rainer Himmelfreundpointner]

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