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Herstellung grafischer Papiere rückläufig in Österreich

Die Digitalisierung geht nicht spurlos an der österreichischen Papierindustrie vorbei.
© Norske Skog

Während Verpackungspapiere und Zellstoff weiter gefragt sind, verzeichnen grafische und gestrichene Papiere ein Minus von fast 80.000 Tonnen. Die Ursachen liegen in Digitalisierung und Wandel von Print zu Online.

Verpackungspapiere und Zellstoff sind in Österreich auch im Jahre 2019 weiter gefragt. Die Produktion stieg um 2,2 Prozent auf 1.186.000 Tonnen. Mengenmäßig entwickeln sich die Märkte in Europa im ersten Halbjahr jedoch schwächer als im Vorjahr, berichtet Austropapier, die Vereinigung der österreichischen Papierindustrie. Das betreffe besonders den Bereich der grafischen und gestrichenen Papiere. "In Österreich gab es bei Papier, also bei Grafischem-, Verpackungs- sowie Spezial- und Hygienepapier mit 2.479.000 Tonnen ein Minus von 50.000 Tonnen gegenüber dem Vorjahr, unter anderem bedingt durch Umbau-Stillstände", erklärt Julia Löwenstein, aus der Öffentlichkeitsarbeit von Austropapier. Zu den Ausfallzeiten kam es aufgrund von Reparaturen, Umbauten oder Erweiterungen. "Bei grafischen Papieren betrug der Rückgang mit 78.000 Tonnen Minus 6,4 Prozent und erreichte 1.134.000 Tonnen. Europaweit betrug der Rückgang laut Confederation of European Paper Industries  (CEPI) Minus 8,0 Prozent und liegt aktuell bei 14.000.000 Tonnen. "Bei grafischem Papier beobachten wir schon seit längerem einen durch Digitalisierung und Online bedingten Rückgang", erklärt Löwenstein. 

Im Zellstoffmarkt sei die Nachfrage weiterhin gut, sodass eine geringere integrierte Nachfrage "mit mehr Exporten ausgeglichen" werden konnte. Außerdem habe Lenzing seinen Kapazitätsausbau jetzt abgeschlossen. Der Einsatz von Altpapier ging laut Austropapier um 0,9 Prozent auf 1,3 Millionen Tonnen zurück. Die Produktion von Zellstoff stieg binnen Jahresfrist um 2,5 Prozent auf 911.000 Tonnen, die von Holzstoff um 5,4 Prozent auf 1.068.000 Tonnen. "Die positive Entwicklung bei Marktzellstoff war hauptsächlich dafür verantwortlich, dass die Erlöse 0,9 Prozent über dem Halbjahr 2018 lagen", heißt es in dem Bericht.

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