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Helmut Burtscher-Schaden ist Kommunikator des Jahres

Helmut Burtscher-Schaden
© Global 2000 / Stephan Wyckoff

Der Kämpfer gegen Glyphosat und Neonicotinoide wurde heute vom Public Relation Verband Austria ausgezeichnet.

Helmut Burtscher-Schaden, Umweltschützer, Wissenschaftler, Autor und seit vielen Jahren Mitarbeiter der führenden österreichischen Umweltschutzorganisation Global 2000 wurde heute vom Public Relation Verband Austria (PRVA) im Rahmen des Österreichischen Kommunikationstages mit dem Titel „Kommunikator des Jahres“ ausgezeichnet. Er setzte sich damit im Voting gegen die ebenfalls nominierten Ingrid Brodnig, Journalistin und Expertin für das Thema Lügen und Hass im Netz, sowie Peter Klien, nach Eigendefinition Österreichs einziger Nachwuchskabarettist mit grauen Haaren, durch.

Burtscher-Schaden wurde vor allem für seine Aufbereitung und Kommunikation der Kontroverse rund um das Thema Glyphosat nominiert: „Unaufgeregt und sachlich schafft er es, wissenschaftliche Hintergründe verständlich zu „übersetzen““, urteilte die Jury.

Die Laudatio hielt Lothar Lockl, Wahlkampfmanager für Bundespräsident Alexander Van der Bellen und ehemaliger Global 2000-Mitarbeiter: “Helmut Burtscher hat die Auszeichnung zum Kommunikator des Jahres wahrlich verdient. Kaum jemand versteht es wie er, komplexeste Themen so auf den Punkt zu bringen, dass sie eine jede und ein jeder versteht. Burtscher ist ein echter Vorreiter und Pionier, der kritische Themen frühzeitig erkennt und sich mit Beharrlichkeit, Leidenschaft und höchster Sachkompetenz für die Verbesserung von Umwelt- und Gesundheitsstandards einsetzt. Ohne die Arbeit Burtschers und seiner Mitstreiterinnen und Mitstreiter wären die negativen Aspekte der Glyphosatverwendung in Österreich und Europa niemals zu einem derartig großen Thema geworden.“

“Ich empfand es immer schon als Privileg, hauptberuflich bei einer Organisation wie Global 2000 für den verbesserten Schutz von Mensch und Umwelt kämpfen zu dürfen. Dass mir für diese Arbeit heute eine so begehrte Auszeichnung verliehen wurde, erfüllt mich mit großer Freude“, sagt der frisch gekürte Preisträger: “Mein Dank gilt all jenen, die dies ermöglichten und unterstützten. Neben meiner Familie sind das vor allem meine Kolleginnen und Kollegen bei Global 2000 und anderen europäischen NGOs, deren engagierter und professioneller Einsatz meine höchste Anerkennung verdient.“

In seinem aktuellen Buch „Die Akte Glyphosat: Wie Konzerne die Schwächen des Systems nutzen und damit unsere Gesundheit gefährden“ (Kremayr & Scheriau) macht Burtscher-Schaden auf systemimmanente Schwachstellen des gegenwärtigen Zulassungssystem für Pestizide aufmerksam, wie die Vergabe der Studien durch die Hersteller selbst und ihre anschließende Geheimhaltung als Geschäftsgeheimnis. Die erfolgreiche Europäische Bürgerinitiative „Stop Glyphosat“, die Burtscher-Schaden mit-initiiert hat, forderte die zwingende Offenlegung aller Studien, die im Zulassungsverfahren berücksichtigt werden, und wurde vergangene Woche von der EU-Kommission mit einem Gesetzesvorschlag belohnt, der genau das vorsieht und damit das europäische Zulassungssystem im Lebensmittelbereich revolutionieren könnte.

Geboren wurde Burtscher-Schaden 1966 in Höchst in Vorarlberg. Nach seiner Matura zog es ihn nach Wien, wo er an der TU Wien Biochemie studierte und anschließend am Institut für Immunologie der Medizinischen Universität Wien mit Auszeichnung promovierte. Nach kurzer Forschungstätigkeit am Ludwig Boltzmann Institut für Rheumathologie wechselte Burtscher-Schaden schließlich zur Umweltschutzorganisation Global 2000, wo er seither als Experte für Umwelt-Chemie tägig ist. Bald wurde er in den Vorstand der Umweltschutzorganisation gewählt und gilt heute als eine der beständigsten und fundiertesten Stimmen in Fragen des Umweltschutzes.

Mit der Kür zum/zur Kommunikator/in des Jahres wird vom Public Relations Verband Austria seit 1995 eine Person geehrt, die gesellschaftspolitisch relevante Kommunikationsleistungen erbringt. Basierend auf zahlreichen Vorschlägen aus der Branche ist von den Jurymitgliedern eine Nominiertenliste mit drei Persönlichkeiten erstellt worden, die finale Entscheidung wurde über ein Online-Voting ermittelt. Unter den bisher so Ausgezeichneten befinden sich Klaus Schwertner, Armin Wolf, Conchita Wurst, Helmut Pechlaner, Eva Rossmann, Maria Schaumayer, Franz Fischler, u.v.m.

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