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Handelsverband für stärkere Regulierung von Onlinehandel

Der Handelsverband hofft auf eine Verabschiedung der entsprechenden EU-Richtlinie noch vor den EU-Wahlen im Mai.
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Dezidiert für strikte EU-Vorgaben bei der Regulierung von Onlinehandel hat sich der Handelsverband ausgesprochen - nicht nur im Hinblick auf das Konkurrenzverhältnis zwischen realem und virtuellem Einkauf, sondern auch im B2B-Verhältnis zwischen Händler und Plattform.

Sowohl bei B2C als auch bei B2B will der Handelsverband mit seinem Geschäftsführer Rainer Will strengere Regeln für Online-Marktplätze. Im Bereich B2C hat Will dabei etwa irreführenden Rankings und Rezensionen im Blick, sowie verlässliche Informationen über die Identität des Händlers, denen durch die EU per Definition als unlautere Geschäftspraxis Einhalt geboten werden soll.Im B2B-Bereich wiederum wird  derzeit im Trilog zwischen Rat, Parlament und Kommission eine entsprechende Richtlnie verhandelt, die zu einem "level playing field" zwischen Online-Plattformen und den sie nützenden Händlern - oftmals KMU - führen soll.

In Verhandlung dabei ist etwa die verpflichtende Darlegung von Regeln für die Sperrung oder Entfernung von Händlern in den Geschäftsbedingungen von Online-Vermittlungsdiensten. Ebenfalls wünscht sich Will durch die EU-Verordnung ein Ende der derzeitigen Praxis von Amazon, dass jeder Marktplatzhändler Amazon an seinen bereitgestellten "Materialien" – darunter fallen etwa alle Technologien, Marken, Inhalte, erforderliche Produktinformationen, Daten – ein unentgeltliches, unwiderrufliches, unbefristetes und weltweites Nutzungsrecht einräumen muss. Künftig soll die Zustimmung des Marktplatzhändlers dazu nötig sein.

Zudem ist geplant, Interessensverbänden von Marktplatzhändlern, bei Nichteinhaltung der Bestimmungen der Verordnung ein Klagerecht vor nationalen Gerichten einzuräumen. "Eine Einigung im Trilog und damit der Abschluss des gesamten Gesetzgebungsverfahrens vor der EU-Wahl wäre absolut wünschenswert und auf jeden Fall ein Meilenstein in Richtung FairCommerce für die heimischen Händler", wird Will in einer Aussendung zitiert.

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