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GroupM-CEO Andreas Vretscha: "Da wurde irre viel Kohle versenkt"

Andreas Vretscha, neuer CEO GroupM, im Gespräch mit HORIZONT-Chefredakteur Jürgen Hofer.
© David Bohmann

Seit Juli ist Andreas Vretscha wie berichtet neuer CEO der GroupM in Österreich, Peter Lammerhuber Chairman der WPP-Tochter. Im HORIZONT-Interview sprechen die beiden über die brennenden Branchenthemen.

Das komplette Interview mit Andreas Vretscha und Peter Lammerhuber lesen Sie am Freitag in der HORIZONT-Ausgabe 27-30. Noch kein Abo? Hier klicken!

Vretscha über...

...neue Geschäftsfelder: "Es braucht eine Wachstumspolitik, die der Konzern von uns auch erwartet. Das heißt aber nicht, dass wir unzählige neue Geschäftsfelder auf den Markt bringen werden. Wir wollen substantiell wachsen."

...Vertrauen in Media-Agenturen und das Thema AdFraud: "Ich habe beispielsweise im Digitalbereich tabula rasa gemacht und gesagt wir zahlen nur mehr das, was auch wirklich gesehen wird – und nicht für 40 Prozent Ad Impressions, weil ein Server Request irgendwo losgeschossen hat und all das nachweislich nie beim User angekommen ist. Da wurde irre viel Kohle versenkt. Diese Bereinigung und Qualitätskontrolle hat auf unser Bestreben hin stattgefunden." 

...Budget-Shifts bei Werbetreibenden: "Nachdem es die letzten zehn Jahre jedes Jahr Print mit rückgehenden Investments erwischt hat, hat diese Entwicklung 2018 bei TV gestartet. Das jährliche Wachstum des klassisch analogen Fernsehens Jahr ist vorbei, für Fernsehsender wird das ein Verteidigungskampf werden."

 

Lammerhuber über...

...die Beziehung des Markts zu US-Giganten: "Wenn es ein Markt zulässt, zu 100 Prozent am Tropf einer einzigen Suchmaschine zu hängen, ist der Markt selbst schuld. Und wenn es für das Messen dieses Unternehmens nur deren eigene Zahlen gibt und keine Vergleichswährung, haben wir das selbst zu verantworten. Dieser Markt und die Medien haben dazu beigetragen. Wenn ich Google wäre, würde ich das auch so tun, das ist einem Anbieter unbenommen."

...Versäumnisse im Marketing: "Das Markenthema hat man meines Erachtens wirklich etwas vergessen. Was ich nicht kenne, werde ich nicht nutzen und nicht finden. Es braucht meines Erachtens die große Marke und die große Begehrlichkeit, die mittransportiert wird. Vor lauter Clicks und Likes hat man darauf weniger geachtet, vor allem in größeren Märkten wie Deutschland oder UK. Wenn große Marken große Kampagnen in klassischen Medien fahren, triggert das logischerweise Aktivitäten im Onlinebereich."

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