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Gerlinde Hinterleitner: „Ich kenne keine Software, die das kann“

Gerlinde Hinterleitner: "Das umzusetzen, wird nicht sehr einfach sein, da ich derzeit keine Software kenne, die das bewerkstelligen kann."
© Der Standard

Im Gespräch mit dem HORIZONT äußert sich Gerlinde Hinterleitner, Digital-Verlagschefin von Der Standard, zum „Hass-Posting“-Urteil des EuGH.

Hinweis: Die komplette Story zu den Auswirkungen, Reaktionen und Kritiken zum EuGH-Urteil können Sie in der kommenden Ausgabe #41 des HORIZONT lesen. Noch kein Abo?

 

Der Onlinegigant Facebook hat am Donnerstag eine Niederlage vor dem Europäische Gerichtshof (EuGH) erlitten. Nach einer von der früheren Grünen-Chefin Eva Glawischnig angestrengten Musterklage haben die EU-Höchstrichter entschieden, dass Facebook zur weltweiten Löschung von Hasspostings verpflichtet werden kann. Die Letztentscheidung liegt nun beim Obersten Gerichtshof (OGH).

„Herausfordernd“

Gerlinde Hinterleitner, Digital-Verlagschefin von Der Standard, findet das EuGH-Urteil gegenüber HORIZONT „herausfordernd, da ja nicht nur wortidente, sondern auch sinngleiche Postings, auch anderer Nutzer ohne Aufforderung gelöscht werden müssen bzw. gar nicht erscheinen sollten. Das umzusetzen, wird nicht sehr einfach sein, da ich derzeit keine Software kenne, die das bewerkstelligen kann.“ Der Aufwand werde sich jedenfalls erhöhen, davon ist Hinterleitner überzeugt: „Einerseits beruhigt uns ein bisschen, dass wir nicht sehr viele Fälle rechtswidriger Postings zu behandeln haben, andererseits betreiben wir jetzt schon sehr viel Aufwand, der sich durch dieses Urteil weiter erhöht.“

Zudem muss der interne Workflow des Online-Portals umgestellt werden, bestätigt Hinterleitner: „Das ist noch Gegenstand von Überlegungen. Das Urteil bedeutet eine drastische Erhöhung unserer Überwachungspflichten. Die Grenze der Überwachungspflicht ist sind nicht sehr praxistauglich gezogen worden und werden wohl noch Gegenstand weiterer Verfahren sein.“

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