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„Gar keine andere Chance als UKW in DAB+ zu transformieren“

Helwin Lesch , Leiter Verbreitung & Controlling Bayerischer Rundfunk, Guy Fränkel, Geschäftsführer Rock Antenne, Wolfgang Struber, Geschäftsführer Verein Digitalradio Österreich, Michael Tippl, Geschäftsführer Radio Max, Thomas Pöcheim, Geschäftsführer Media Markt-Saturn, Michael Wagenhofer, kaufmännischer Geschäftsführer ORS
Markus Wache
© Markus Wache

Ob es sich bei DAB+ nur um eine Zwischentechnologie auf dem Weg zu 5G handelt oder ob diese eine langfristige Perspektive hat, wurde beim Radiogipfel diskutiert.

Als zweites Thema wurde im Rahmen des Radiogipfels „DAB+ - Zwischentechnologie, Flop oder Perspektive“ diskutiert. Helwin Lesch , Leiter „Verbreitung und Controlling“ beim Bayerischen Rundfunk, ist überzeugt davon, dass es sich dabei nicht um eine Zwischentechnologie handelt.  „5G wird in erster Linie für Video kommen, mit linearem Radio sind diese Investitionen nicht zurückzuverdienen“, unterstreicht er. Er verweist zudem darauf, dass die Vorgängertechnologie 4G erst 2030 ihren Nutzungspeak erreichen werde.  „Entwicklungen brauchen ihre Zeit. Aber es ist gut, sich mit 5G auseinanderzusetzen,  ansonsten werden wir mit dem Sprung von UKW auf 5G auch den von der Vergangenheit direkt in die Zukunft machen.“  Von Moderator und  RTR-Pressesprecher Andreas Kunigk mit dem Hinweis darauf, dass in Deutschland bisher nur 17 Prozent der Haushalte mit DAB+ ausgestattet seien, befragt, ob die Entwicklung nicht dynamischer sein könnte, antwortet er: „Natürlich sind wir vom Internet größere Zuwächse gewohnt, aber wir sind auf einem guten Weg.“

Wolfgang Struber, Verein Digitalradio Österreich-Geschäftsführer, meinte, „In der Konkurrenz zu Spotify und Amazon, sollten wir alles machen, was Free-to-Air in Europa möglich ist.“  Zudem brauche man in der Grundversorgung einen einheitlichen Standard. „Wir haben daher bis 2030 gar keine andere Chance, als UKW in DAB+ zu transformieren“, ist auch er überzeugt. Struber macht sich außerdem für die Umsetzung einer Interoperabilitätsrichtlinie stark: „Der Gesetzgeber muss das Novum, dass wir eine neue Allianz gefunden haben, mit der wir das Ökosystem DAB+ vorantreiben, anerkennen.“ 

Michael Wagenhofer, kaufmännischer Geschäftsführer ORS, verwies darauf, dass es DAB+ auch deshalb brauche, weil die UKW-Frequenzen ausgeschöpft sein. Zudem könne man mit dem Standard eine sehr kostengünstige Infrastruktur bieten: „Das kostet die Betreiber rund 100.000 Euro im Jahr.“ 

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