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FMP Forum Media Planung widmet sich der Glaubwürdigkeit von Medien

Das Expertenpodium, v.l.n.r.: Theresa Sternbach, Wolfgang Geier, Nana Siebert, Georg Kapsch, Maria Windhager, Horst Pirker und Sebastian Loudon
© Christoph H. Breneis

Im Zuge seines 33. Talks ging der Verein am Dienstagabend den Fragen nach, welche Rolle die Glaubwürdigkeit von Medien in unserer Gesellschaft hat und wie es um die Integrität von Journalisten steht.

Unter dem Titel "Die Glaubwürdigkeit von Medien" widmete sich das FMP Forum Media Planung im Rahmen der gut besuchten Veranstaltung einer hochaktuellen Thematik. Annemarie Radl (VGN Medien Holding) eröffnete den Talk mit ihrem Impulsvortrag und diversen kommunikationswissenschaftlichen Aspekten zum Thema des Abends. Im Rahmen dessen erläuterte sie, dass Glaubwürdigkeit immer dann zum Tragen kommt, wenn ein Informationsdefizit besteht. Anhand mehrerer nationaler und internationaler Studienergebnisse verdeutlichte Radl zudem, dass gesellschaftliche Umbrüche massiven Einfluss auf die Relevanz der Glaubwürdigkeit haben. 

Gemeinsam mit Moderator Sebastian Loudon (Die Zeit, Datum) diskutierten im Anschluss Horst Pirker (VGN Medien Holding), Nana Siebert (Der Standard), Wolfgang Geier (ORF), Georg Kapsch (Kapsch AG) und Maria Windhager (Rechtsanwaltskanzlei Dr. Maria Windhager) über die vielseitigen Themenaspekte. Loudon eröffnete die Podiumsdiskussion mit der Frage, woher das Glaubwürdigkeitsproblem von Medien heutzutage stammen könnte. Zum Teil sei das fehlende Vertrauen selbst verschuldet, so Nana Siebert. Da ein Großteil der Mediennutzung auf einem Unterhaltungs- und nicht auf dem Informationsbedürfnis basiere, sei es oft gar nicht relevant, ob eine Geschichte wahr ist oder nicht, betonte Horst Pirker.

Für Georg Kapsch lag die Verantwortung für die Aufrechterhaltung des Vertrauens in Medien zum Großteil bei den Journalisten selbst. Diese müssten bei ihrer Arbeit klar ersichtlich machen, wann es sich um Meinungen und wann um objektive Berichterstattung handelt. Die Berücksichtigung unterschiedlicher Perspektiven und eine qualitativ hochwertige Berichterstattung seien ebenfalls wichtig. Im Rahmen dessen warfen die Experten vor allem ein Auge auf nachfolgende Generationen, deren Medienkonsum sich über die Jahre stark verändert hat. Hier müsse man verstärkt das Thema Medienbildung in Betracht ziehen.

Besonders lebhaft ging es bei der Frage nach der genauen Definition des Begriffs "Wahrheit" zu. Für Pirker ist es äußerst riskant, Wahrheit als etwas Absolutes anzusehen und betont, dass es sich hierbei um ein sehr subjektives Konzept handelt. Das wollte Maria Windhager wiederum nicht gelten lassen und bestand darauf, dass alles was überprüfbar ist auch für einen Wahrheitsbeweis herangezogen werden kann. Grundsätzlich einigten sich die Experten schlussendlich darauf, dass es die absolute Wahrheit zwar nicht gibt, die überprüfbare Kommunikation von objektiven Fakten jedoch hohen Stellenwert in den Medien haben sollte.

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