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Flugtaxis: Die nächsten Schritte

Das Team der Four.agency der proSiebenSat1-Puls4-Gruppe: Philipp Tirmann, doris Prodinger und Jan Hosa (v.l.).
© FOUR.agency

Kürzlich vorgestellt, bemühen sich die Verantwortlichen der autonomen Flugtaxis nun um notwendige Zulassungen. Dabei muss vieles neu definiert werden.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Ausgabe Nr. 17/2019 des HORIZONT. Noch kein Abo? Hier klicken!

Anfang des Jahres verkündete die ProSiebenSat.1-Puls4-Gruppe die Allianz mit FACC und EHang. Das Ziel: Autonome Lufttaxis auf den Markt zu bringen. „Wir werden innerhalb der nächsten 24 Monate fliegende Transporttaxis starten“, meinte Senderchef Markus Breitenecker zuletzt gegenüber HORIZONT. Vorgestellt wurden die Lufttaxis auch im Rahmen des 4Gamechanger-Festivals. Doch ab wann werden die autonomen Taxis nun abheben?

„Bis zu einer Markteinführung sind natürlich noch einige Schritte zu tun. Unter anderem geht es um die Auseinandersetzung mit den Menschen, die später Flugtaxi-Nutzer sein werden, mit Sicherheits- und Infrastruktur-Themen und entsprechenden Usecases, durch die wir zeigen werden, wie sich unser Mobilitätsverhalten mit den neuen Möglichkeiten verändern lässt“, erläutern Jan Hosa, Direktor von Four.Agency, der Strategie- und Kreativagentur der Mediengruppe, und Philipp Tirmann, Co-Founder des Urban-Air-Mobility-Projektes.

Der CEO der ebenfalls beteiligten FACC, Robert Machtlinger, bestätigt gegenüber HORIZONT, dass sich die autonomen Passagierdrohnen bereits auf dem Weg der Zulassung befinden und eng mit den Behörden zusammengearbeitet wird. „Da es noch keine Zulassungskategorie für derartige Luftfahrzeuge gibt, ist das aber ein langfristiger Prozess. Es gibt Aussagen der europäischen Behörden, welche vom Zeitraum 2025 spricht“, berichtet er. Laut FACC können in China bereits bis zu 5.000 Drohnen gleichzeitig koordiniert werden. „Die Herausforderung besteht jetzt nicht mehr in der Kommunikation zwischen den Drohnen“, erklärt Machtlinger „sondern in der Integration in bereits bestehende Air-Traffic-Management-Systeme“.

Das bestätigt auch der Leiter des Organisationsmanagements Markus Pohanka von der Austro Control. Er verweist darauf, dass Österreich in Bezug auf die Gesetze für Drohnen Vorreiter ist. Seit dem novellierten Luftfahrtgesetz von 2014 gab es, im Gegensatz zu anderen Ländern, keine Zwischenfälle in Verbindung mit den Flugobjekten. Pohanka führt weiter aus, dass Drohnen derzeit unter der Mindestflughöhe von Flugzeugen (150 Meter) bleiben müssen und für die Flugtaxis erst neue Verkehrsregeln zu erarbeiten sind. Austro Control plant nach eigenen Angaben die Drohnen für die Zulassung in verschiedene Kategorien einzuteilen und nur jene, die den strengen Zertifizierungsbestimmungen entsprechen, sich in Folge im europäischen Luftraum bewegen dürfen.

[Doris Pichlbauer]

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