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Flüchtlingsprojekt: "Soko Donau" wird arabisch

Auf die kulturellen Eigenheiten der Österreicher wird in "Soko Donau" ohnehin schon durch den deutschen Polizeikollegen angespielt.
© Satel

Die Folge „Letzte Vorstellung“ der Krimi-Serie SOKO Donau wurde von jugendlichen Flüchtlingen ins Arabische übersetzt.

Am Anfang stand eine simple Frage: Wie bringt man eine österreichische Unterhaltungsserie jungen Menschen aus dem arabischen Raum näher und vermittelt ihnen so die österreichische Mentalität und Kultur? Die Lösung: Man organisiert einen Workshop, in dem Schauspieler gemeinsam mit den Neuankömmlingen die Synchronisation einer Folge übernehmen. Umgesetzt wurde dies vom Alumni-Projekt „TANMU - Lernhilfe für jugendliche Flüchtlinge“ und dem Wiener Verein goodton.

„Wir haben uns für ‚SOKO DONAU’ entschieden, weil hier durch den aus Deutschland stammenden Polizeikollegen schon sehr viele kulturelle Eigenheiten der Österreicher zwangsläufig angesprochen werden“, sagt Martin Schlögl, Mitbegründer von goodton und Koordinator des Projekts: „Gerade jungen Flüchtlingen machen das Lernen und der Umgang mit Sprache sehr viel Spaß, und sie lernen dabei nicht nur ihre neue Heimat Österreich kennen, sondern erfahren nebenbei auch viel über die professionelle Arbeit hinter den Kulissen von Filmproduktionen.“

Auch die Schauspieler aus der Serie waren bei den Sprachaufnahmen dabei, die von Luna Al-Mousli, Autorin und Dolmetscherin aus Damaskus, betreut wurden. „Die Motivation der Jugendlichen und der Schauspieler beim Übersetzen und Einsprechen der Folge war wirklich herausragend. Auch bei der Dokumentation, die im Rahmen der Aufnahmen entstanden ist, waren sie sofort bei der Sache“, sagt Al-Mousli über die Teilnehmer. Heinrich Ambrosch, Geschäftsführer der produzierenden SATEL Film: „Gerade in Zeiten, in denen die Intoleranz gegenüber Fremden sich immer weiter ausbreitet, ist die Solidarität mit jungen Menschen in Not besonders wichtig. SOKO Danub ist ein starkes Zeichen für ein gelebtes Miteinander.“

Premiere der „SOKO DANUB“ ist im Rahmen des Menschrechtsfilmfestivals „This Human World“ am 2. Dezember im Wiener Metrokino.

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