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Flimmit: Abo für Bingewatcher

Flimmit ist verfügbar im Web, auf iOS-Geräten, Android-Geräten sowie auf Smart-TVs von Samsung, LG und Philips.
© Flimmit

Die heimische Video-on-Demand-Plattform Flimmit, an der der ORF über seine Tochtergesellschaften ORF Enterprise und ORS beteiligt ist, startet ab sofort zum Abo-Preis von 49,90 Euro/Jahr (regulär 75 Euro). Der Fokus liegt auf österreichischen Inhalten - kostenpflichtige Downloads und Einzel-Streams gibt es weiterhin

„Vorstadtweiber“, „Braunschlag“, „Vier Frauen und ein Todesfall“, „Kottan ermittelt“, „Schnell ermittelt“, „Ein echter Wiener geht nicht unter“ oder „Altes Geld“, die neue Serie von Regisseur David Schalko: Die 2007 gegründete österreichische Videostreaming-Plattform Flimmit, an der die ORF Enterprise und die ORS seit 2014 exakt 25,1 Prozent halten, lädt ab sofort zum Bingewatching ein. Zum Jahrespreis von 75 Euro pro Jahr (zum Start reduziert auf 49,90 Euro, ein Monat um 7,50 Euro) können Nutzer künftig ein Abonnement abschließen, dass via Kreditkarte, PayPal und Sofortüberweisung (Lastschrift folgt) bezahlt wird.

Im Abo sind aber nicht alle Inhalte enthalten, darunter Serien wie "Undercover", "Braunschlag" oder "Der Tatorreiniger" oder Filme wie "Bad Fucking", "Türkisch für Anfänger" oder "Wer früher stirbt ist länger tot" - diese kann der Nutzer einzeln als Stream (ab 1,99 Euro) oder als Download (ab 5,99 Euro) kaufen.

Zum Vergleich: Netflix kostet in Österreich pro Jahr mindestens 96 Euro, dann sind sämtliche Inhalte (nur als Stream, nicht als Download) verfügbar. Zugreifen kann man auf Flimmit neben der Webseite über alle gängigen Plattformen: Native Apps Apples iOS-Geräte und Googles mobiles Betriebssystem  Android stehen ebenso zur Verfügung wie Smart-TV-Apps auf Flat-TVs von Samsung, LG und Philips.

Neuer Vertriebskanal für ORF-Inhalte

Flimmit, das von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz gerne als „digitaler Feinkostladen“ bezeichnet wird, fokussiert sich bei den Inhalten auf qualitative nationale und internationale Inhalte. „Österreichische Filme und Serien gehören zur programmlichen DNA des ORF und zu den vom Publikum am meisten geschätzten Produktionen. Da liegt eine Zusammenarbeit mit einer jungen heimischen Contentplattform wie Flimmit nahe“, so Wrabetz. Als Konkurrenz zum linearen TV sieht er die vielen On-Demand-Angebote, die auch in Gestalt von Netflix, maxdome oder Amazon Instant Video auf den österreichischen Markt drängen, aber nicht.

„Das klassische lineare Fernsehen erfreut sich ungebrochener Beliebtheit: 2014 ist die Tagesreichweite der ORF-Sendergruppe auf insgesamt 49,9 Prozent angestiegen, beim jungen Publikum auf 37 Prozent. Aber auch neue Formen des Fernsehkonsums gewinnen zunehmend an Bedeutung, wie der große Erfolg der ORF-TVthek zeigt“, so Wrabetz.

„Flimmit ist unsere Antwort auf den sich verändernden Medienkonsum und die immer größer werdende Zahl an internationalen VoD-Anbietern, bei denen österreichische Inhalte nicht so sehr im Vordergrund stehen“, sagt Richard Grasl, Kaufmännischer Direktor des ORF. „Der international erfolgreichen Content-Vermarktung der ORF-Enterprise steht mit Flimmit nun ein weiterer Kanal offen, um ORF-Produktionen einem breiten Publikum zugänglich zu machen und den Produzenten additive Auswertungsmöglichkeiten zu bieten“, sagt Beatrice Cox-Riesenfelder, Geschäftsführerin der ORF Enterprise. Wegen der hohen Umsätze von ORF und Raiffeisen, die 40 Prozent der ORS hält, könnte die Flimmit-Beteiligung aber noch von der EU geprüft werden.

ORF-Produktionen und mehr

Eine als Herz stilisierte Filmklappe und der Slogan „Das musst du sehen!“ - so präsentiert sich Flimmit seit Montag Abend nach einem Redesign. Heimische Nutzer will Flimmit vor allem mit den Eigenproduktionen, Exklusiv-Content („Altes Geld“ etwa ist zuerst bei dem Streaming-Dienst zu sehen und kommt erst im Herbst in den ORF) und dem Zugang zu tausenden Archivtiteln gewinnen. Neben den von der ORF Enterprise lizensierten Inhalten liefern die Vertriebspartner Hoanzl, CLA, Schröder Media, Polyfilm und Filmladen Content zu, außerdem wurden für den Relaunch von Flimmit Lizenzgeber wie Arthaus, Constantin, Kontor, Lighthouse, Filmconfect, EuroVideo oder ZDF-Enterprises gewonnen.  

Zu neuen Inhalten im Angebot zählen nun unter anderem der Oscar-nominierte Film „Das Salz der Erde“, der Polanski-Streifen „Der Gott des Gemetzels" oder „Maps to the Stars“ mit Julianne Moore. Das Österreicherherz will man außerdem mit Klassikern wie „Hinterholz 8“, „Muttertag“ oder „Silentium“ ansprechen.

Streaming-Markt boomt

Insgesamt konnte Flimmit laut Mitgründerin Karin Haager das Angebot von zuvor 2500 auf insgesamt 4000 Filme und Serien ausweiten. Zum Vergleich: Der US-Streaming-Dienst Netflix bietet seinen etwas mehr als 50.000 österreichischen Abonnenten Zugriff auf nur etwa 1600 Filme und Serien (Bericht). Aktuell hält Flimmit bei etwa 20.000 bestehenden Kunden, die wie früher auch weiterhin einzelne Titel als Stream (ab 1,99 Euro) oder als Download (ab 5,99 Euro) kaufen können.

Dass der ORF 2015 verstärkt auf Online-Streaming setzt, hat seinen guten Grund. Einer Online-Befragung des österreichischen Marktforschers MindTake zufolge nutzt bereits ein Drittel der Österreicher zwischen 15 und 69 Jahren Online-Videostreaming-Angebote. Die derzeit beliebtesten Services sind UPC On Demand (9 Prozent), Apple TV/iTunes (7 Prozent) die A1 Videothek (7 Prozent) Amazon Prime Instant Video (7 Prozent), Netflix (6 Prozent) und Sky Online (6 Prozent), Flimmit kommt derzeit nur auf ein Prozent. Nun bleibt abzuwarten, wie viele User sich ein Flimmit-Abo leisten - denn viele der Inhalte gab und gibt es auch im regulären TV zu sehen. Punkten kann Flimmit jedenfalls bei Ungeduldigen, die den Content sofort sehen wollen.

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