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Expansionspläne von Mediaset versetzen Rom in Aufruhr

In Italien sorgt eine geplante große Fusion im Telekommunikationsbereich für politische Aufregung

In Italien sorgt eine geplante große Fusion im Telekommunikationsbereich für politische Aufregung. Ei Towers, Tochter der Mediengruppe Mediaset im Besitz von Ex-Premier Silvio Berlusconi, hat ein öffentliches Kaufangebot für die börsennotierte RAI-Tochter Rai Way eingereicht, die Infrastrukturen und Anlagen zur TV-Übertragung verwaltet. Das Angebot sorgt auch für politische Debatten.

4,5 Euro pro Aktie bietet Ei Towers für Rai Way, dessen Wert auf etwa 1,22 Milliarden Euro geschätzt wird. Für Rai Way, die erst im November an die Mailänder Börse gegangen war, ist ein Delisting geplant. Die oppositionelle Fünf Sterne-Bewegung warnt vor einer geheimen Allianz zwischen Berlusconi und Premier Matteo Renzi mit dem Ziel, Teile der RAI zugunsten des Medienzaren zu privatisieren. "Die RAI ist in öffentlicher Hand und darf nicht verschleudert werden", warnte Roberto Fico, Präsident der parlamentarischen Aufsichtskommission für die RAI.

Auch aus Renzis Demokratischer Partei (PD) kommt Kritik an Berlusconis Vorhaben. "Bei der mit dem Börsengang im November erfolgten Teilprivatisierung von Rai Way war beschlossen worden, dass der Staat weiterhin die Kontrolle über 51 Prozent des Unternehmens behält. Die RAI-Sendetürme müssen in öffentlicher Hand bleiben", forderte der PD-Abgeordnete Michele Anzaldi.

Der PD beobachtet den Tatendrang der Mediaset-Gruppe mit Misstrauen. Die zu Berlusconis Medienimperium gehörende Verlagsgruppe Mondadori hat erst vor wenigen Tagen ein Angebot für den Erwerb der Buchsparte des Rivalen RCS Mediagroup vorgelegt. Mit der Übernahme würde Mondadori seinen Marktanteil von 26 auf 40 Prozent erhöhen.

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