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Erfolgsfaktor Corporate Publishing

Das Bewusstsein für die Bedeutung einer professionellen und qualitativ hochwertigen Umsetzung steigt.
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Investitionen in Corporate Publishing steigen weiter. Warum Agenturen sowie klassische Verlage darauf setzen – und was beim Leser punktet.

Die Bedeutung von Content Marketing wächst: Waren es im Jahr 2014 noch 5,8 Milliarden Euro, die dafür im D-A-CH-Raum investiert wurden, wuchs diese Summe im Jahr 2016 um über eine Milliarde auf 6,9 Milliarden Euro. Das Wachstum ist zu einem Großteil einem Zuwachs im digitalen Bereich zuzuschreiben – dass der digitale Medienkonsum steigt, ist kein Geheimnis.

Doch auch unternehmensgetriebene Printprodukte können einen Zuwachs verzeichnen – die Gesamtinvestitionen stiegen hier von 2,8 Milliarden Euro im Jahr 2014 auf 3,1 Milliarden im Jahr 2016. Hierbei liegt der Schwerpunkt vor allem bei Magazinen und Zeitungen.Die Produktion wird von Unternehmen häufig ausgelagert. „Wir erkennen bei uns einen Trend zum Wachstum des Bereichs, da viele Unternehmen auf Grund von Ressourcenknappheit outsourcen“, erläutert Martin Distl, Geschäftsführer Styria Content Creation.

„Gleichzeitig lässt sich aber erkennen, dass der Trend bei unseren Kunden auch dahin geht, dies intern auszubauen.“ Corporate Publishing braucht geschultes Personal mit journalistischem Know-how. Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass viele Verlage und Medienhäuser Corporate Publishing anbieten. Innerhalb der Styria ist Styria Content Creation als Kompetenzzentrum positioniert, das Corporate Publishing anbietet.

Hierzu zählen unter anderem Magazine für Willhaben – oder auch für die s Bausparkasse das Magazin Wohnzeit. „Vorteil eines Medienunternehmens sind die internen Learnings“, hier könne auf Wissen in der Content-Aufbereitung zurückgegriffen werden. Auch die Verlagsgruppe News setzt darauf. „Als Medienunternehmen mit verlegerischen Wurzeln gehört die hohe journalistische Qualität zur DNA unseres Hauses“, so Erich Schönberg, Leitung Content Marketing und Corporate Editing, der hier die Basis für erfolgreiche Corporate-Publishing-Produkte sieht.

Die Fachkenntnisse haben für Verlagshäuser in Zeiten sinkender Printauflagen auch einen finanziellen Nutzen. „Der Bereich trägt zum Gesamtumsatz der VGN einen nicht unwesentlichen Teil bei und wird durch die Erweiterung unserer Tätigkeit in Richtung Content Marketing entsprechend stark wachsen“, betont Schönberg. Genau wie bei der Styria, ist bei der VGN Corporate Publishing ins Content Marketing integriert. Ein wachsender Trend, denn die traditionelle Disziplin verschmilzt zunehmend mit dem Content Marketing und läuft in der Unternehmenskommunikation Hand in Hand.

Motto: ‚Editorial not Advertorial‘

Das Bewusstsein für die Bedeutung einer professionellen und qualitativ hochwertigen Umsetzung steigt. „Wer Erfolg im Corporate Publishing haben möchte und am Ende der Strecke Ergebnisse erzielen will, nimmt die Sache ernst und baut ein zeitgemäßes Content Management auf“, betonen Reinhold Gmeinbauer und Alexandra Seyer, Managing Partner bei Alba Communications. Vor einigen Jahren habe man noch fragende Blicke geerntet, wenn man über das Thema sprach, dies habe sich heute geändert.

Neben dem Wein & Co Magazin und einer Fachzeitung für die ARA Gruppe, bringt Alba Communications auch das S Magazin für das Restaurant Steirereck heraus. Eine hochqualitative Unternehmenspublikation, die sich kaum von klassisch journalistischen Magazinen unterscheidet. Alba arbeitet nach dem Motto „Editorial not Advertorial“ mit einem Inhouse-Redaktionsteam. „Ein absolutes Don’t ist es, Werbetexter für Corporate Publishing einzusetzen“ sind die Herausgeber überzeugt.

Die klare Abtrennung zu werblichen Inhalten ist zentraler Faktor. „Das schlimmste, das eine Marke tun kann, ist zu versuchen, die Zielgruppe zu täuschen, indem sie ihr Werbung als Content unterjubelt“, ist auch Alex Schönburg, Geschäftsführer Agency 4e7, überzeugt. Wer auf Clickbaiting oder „unehrlichen Content“ setze, der „kann kurzfristig vielleicht ein Resultat erreichen, wird dies mittelfristig aber büßen müssen“.Die journalistischen Inhalte sollen dem Kunden in erster Linie Inspiration und Unterhaltung bieten.

„Inform and guide me, hype and entertain me – beachte diese vier Punkte und dann wird es ein gutes Corporate-Publishing-Produkt“, fasst Harald Kopeter, Geschäftsführer Corporate Media Service, zusammen. Die Agentur produziert neben periodisch erscheinenden Magazinen Inhalte für Blogs und Online-Magazine. Digitale Plattformen und die Kombination von Print und Digital in Omnichannel-Strategien wird immer wichtiger. So erscheinen die meisten Publikationen auf Papier und im Internet, wie auch das von Agency 4e7 gestaltete Trendsylvania für Humanic.

Für Humanic werden Modebewusste Leser angesprochen, beim Steirereck hochklassiger Genuss und für Willhaben junge Trends präsentiert. Wichtig ist das „Interesse der jeweiligen Zielgruppe mit tatsächlich relevantem Content anzusprechen“, so Kopeter. Dann wird sowohl Print als auch digitales Corporate Publishing weiter wachsen. 

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