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Ein Salzburger Viralhit – und was ein Jahr danach noch übrig ist

Dieses Video schaffte es zum österreichischen Viralhit mit 34 Millionen Aufrufen.
© Wok Sushi Star

Sushirollen statt Mozartkugeln: Mit organischem Facebook-Content generierte ein Salzburger Lokal 34 Millionen Views. Noch heute profitiert das Restaurant von diesem Marketingphänomen.

Dieser Artikel erschien zuerst in der Print-Ausgabe des HORIZONT, Nummer 34-35.

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Ein Schwenk über ein – zugegeben massives – Sushibuffet, ohne Ton, ohne Emojis oder Filter – das war der Beginn einer viralen Erfolgsgeschichte made in Salzburg. Ohne Mozartkugeln, dafür aber mit einer Unmenge an Reisrollen katapultierte sich das Video der kleinen Digitalagentur Beyond Digital vor rund einem Jahr auf momentan 34 Millionen Aufrufe. Und das Spannendste daran: Die Views sind zu 100 Prozent organisch, also nicht bezahlt.

Weibliche Zielgruppe hat die Hosen an

Dabei war die Ausgangslage alles andere als prickelnd: „Es gibt 100 Meter weiter ein Restaurant mit einem ähnlichen Konzept, das bereits seit zehn Jahren erfolgreich tätig ist“, führt Agenturinhaber und One-Man-Show Felix Winter aus. Er entschied sich dafür, auf Facebook Ads zu setzen und begann zu experimentieren, welche Texte und welche Bilder am besten angenommen wurden. In die aussichtsreichsten Elemente wurde dann das gesamte („sehr kleine“) Budget investiert: „Wir haben uns stark auf die weibliche Zielgruppe fokussiert. Dahinter stand vor allem die Annahme, dass Frauen bei der Restaurantauswahl die Hosen anhaben“, lacht er. Vom Erfolg des Videos war er dann aber selbst auch überrascht: „Wenn ich wüsste, wie es jedes Mal funktioniert, hätte ich sofort eine Agentur für virale Videos gegründet“, gibt Winter unumwunden zu. „Natürlich gehört eine große Portion Glück dazu – man muss aber schon verstehen, wie man eine hohe organische Reichweite erzeugt, wie Content funktioniert und die eigene Zielgruppe tickt.“

Leute stehen Schlange

In den ersten Wochen nach dem Viralhit standen Sushiliebhaber bereits vor Restaurantbeginn Schlange. Die 350 Sitzplätze des „Wok Sushi Star“ sind auch ein Jahr danach vor allem am Wochenende heiß begehrt. Dabei liegt das Restaurant weder in der schicken Salzburger Innenstadt, noch in einem der hippen Viertel, sondern an „einer stark befahrenen Straße“ in Salzburg-Liefering. Und der Erfolg für „Wok Sushi Star“ reißt nicht ab, so Winter: „Wir haben Reisebusse, die aus ganz Europa kommen, um das Buffet zu testen.“ Zudem sei das Restaurant für viele Touristen auf Städtetrips in der Mozartstadt ein Fixpunkt auf der Sightseeing-Liste.

Facebook Ads erfolgreicher als Printanzeigen

Mit all dem Fokus auf das Video ist es Winter wichtig zu betonen, dass der Erfolg nicht nur an den 34 Millionen Views festzumachen ist: „Das ist das, was meiner Meinung nach viele Agenturen falsch machen. Sie investieren hohe Summen für Konzepte oder für ein einziges Video. Dabei ist es viel besser, laufend Content zu haben, der gut funktioniert und nicht nur einmal.“ Von der Erfolgsgarantie der Facebook Ads ist Winter dagegen überzeugt, und eine Befragung unter 18.000 „Wok Sushi Star“-Besuchern gibt ihm Recht: 45 Prozent kennen das Restaurant über Facebook, 25 Prozent über Google, 19 Prozent über Freunde/Bekannte. Mit einem Prozent an letzter Stelle: Print und TV.

[Veronika Höflehner]

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