Horizont Newsletter

Ein Abend im Zeichen des Datenschutzes

© HORIZONT

Unter dem Motto "Datenschutz: Was sich nächstes Jahr ändert" diskutierten Experten im Haus der Musik über die Auswirkungen der EU-Datenschutzgrundverordnung.

 

Ab Mai 2018 gilt die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung, mit der die Sicherheit und Privatheit der persönlichen Daten von EU-Bürgern geschützt werden soll. Das bringt etliche Neuerungen – und Herausforderungen – für Unternehmen mit sich. Unternehmen, die „kritische" Dienste anbieten, müssen künftig den nationalen Behörden ernsthafte Sicherheitsvorfälle bzw. größere Angriffe melden. Außerdem kommt das Recht der Verbraucher auf Löschung personenbezogener Daten. Zudem wird die Strafandrohung deutlich verschärft. Laut Experten erkennen heimische Unternehmen zwar den Handlungsbedarf, setzen Maßnahmen aber nur zögerlich um. Was heißt das für die Firmen, die Marketingbranche und jeden einzelnen? Wie kann man sich darauf vorbereiten? Welche finanziellen und personellen Ressourcen sind dafür nötig?

Die Keynote beim DBT-Event unter dem Motto dem Motto "Datenschutz: Was sich nächstes Jahr ändert" hielt am Donnerstag vor prall gefülltem Saal im Haus der Musik Rechtsanwalt Michael M. Pachinger (SCWP Schindhelm).

Nach einer allgemeinen Einführung zur DSGVO - inklusive Hinweis auf die möglichen hohen Geldstrafen - ging der Experte in seinem kurzen Vortrag auf die Besonderheit der Verzeichnispflicht ein: Denn Unternehmen müssen ein Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten führen, als Nachweis für die Einhaltung der DSGVO. Wichtig ist obendrein eine Datenschutzfolgeabschätzung, sowie die Ernennung eines Datenschutzbeauftragten. Für die Kunden wiederum ist wichtig, dass es ein Recht auf Löschung und auf Datenübertragbarkeit gibt - außerdem besteht für sie das Recht, nicht ausschließlich einer auf automatisierter Verarbeitung beruhenden Entscheidung unterworfen zu sein, die rechtliche Wirkung entfaltet oder ähnlich beeinträchtigt. Auch wies der Experte darauf hin, dass eine Verletzung des Schutzes persönlicher Daten "unverzüglich und möglichst binnen 72 Stunden" zu melden sei. Schließlich hatte Pachinger für die Gäste noch einige Praxis-Tipps - etwa, dass nun der richtige Zeitpunkt für eine Daten-Due-Diligence sei.

Anschließend diskutierten mit dem Rechtsanwalt auf dem Podium Markus Haslinger (TU Wien), Judith Leschanz (A1 Telekom Austra), Karin Mair (Deloitte Österreich), Karin Maurer (IBM Österreich), Daniel Miedler (Dimension Data Austria) und Christoph Stangl (Fabasoft). 

(red.)

0 Kommentare

Keine Kommentare gefunden!

Neuen Kommentar schreiben

* Pflichtfelder
Netiquette auf HORIZONT online

Das könnte Sie auch interessieren