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Dynamische Online-Preisgestaltung als Gefahr

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Datenbasierte Preisbildung nimmt immer weiter zu, birgt für Händler aber auch Risiken, besagt eine aktuelle Studie.

Variierende Preise zu unterschiedlichen Tageszeiten sind im Online-Handel eine altbekannte Taktik, zunehmend setzen Händler aber auch auf datenbasierte, persönliche Preisbildung, in die etwa das bisherige Surf- und Einkaufsverhalten, der Standort oder die Art des benutzten Endgeräts miteinbezogen werden. Vor allem bei Flug- und Hotelsuchen ist das bereits mehr als einem Viertel der Österreicher aufgefallen, aber auch bei elektronischen Unterhaltungsgeräten haben das immerhin 23 Prozent bereits bemerkt, wie eine repräsentative Studie von meinungsraum.at für das Österreichische E-Commerce-Gütezeichen ergab.

Geringe Toleranz der Konsumenten

Die Gefahr dieser Vorgehensweise ist freilich, die Kunden zu verlieren, wenn sie diese Praxis bemerken. Satte 28 Prozent würden jedenfalls nicht bei dem Shop einkaufen, bei dem sie diese Preisanpassung bemerkt haben. Und ein weiteres Fünftel sucht bei großen Preisänderungen nach einer günstigeren Alternative. Zwar haben 40 Prozent der Konsumenten beim Online-Einkauf noch nie Preisschwankungen festgestellt, dennoch ist das Risiko hoch. Bei Konsumenten gibt es lediglich einen Grund, Preisänderungen zu billigen, nämlich wenn der Preis an die Konkurrenz angepasst wird: 30 Prozent würden aus diesem Grund auf jeden Fall trotzdem im Online-Shop einkaufen, für 53 Prozent wäre dies in manchen Fällen noch akzeptabel. Besonders negativ reagieren Online-Käufer auf alle anderen Gründe für Preisänderungen, wie zum Beispiel aufgrund des Ortes zum Zeitpunkt der Bestellung, des genutzten Endgeräts oder des bisherigen Surf- und Suchverhaltens. Wird eine Preisanpassung aufgrund dieser Merkmale bemerkt, würde die Mehrheit nicht in diesem Shop kaufen.

Haben Online-Einkäufer die Wahl zwischen zwei Anbietern, dann sind – abgesehen vom Preis (72 Prozent) – die Vertrauenswürdigkeit und Sicherheit eines Online-Shops (48 Prozent) sowie die Erfahrungen mit dem Anbieter (36 Prozent) die entscheidenden Kriterien. Mehr als 77 Prozent der Befragten geben an, dass ihnen eine nachweisliche Zertifizierung eines Online-Shops wichtig ist. 

[Andreas Puschautz]

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