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Druckerstreit geht in die nächste Runde

Der Verband wolle das vermeintliche Endergebnis der KV-Verhandlungen weiter verschlechtern, kritisiert die GPA djp.
(c)VÖZ

"Uneinsichtige Betriebsräte" gegen "Diktatoren": Arbeitgeber plädieren für Einzelvereinbarungen, die Gewerkschaft droht mit Maßnahmen.

Nachdem die Verhandlungen um die Kollektivverträge im Druckergewerbe einen neuerlichen Tiefpunkt erreicht hatten - HORIZONT Online berichtete zuletzt im Mai dieses Jahres – bewahrten die zerrütteten Verhandlungspartner mediales Stillschweigen über das Fortschreiten der Gespräche. Gestern Montag, 18. August, wurde dieses Schweigen gebrochen.



'Inakzeptables Angebot'


Die Arbeitnehmerseite, die Gewerkschaft der Privatangestellten Druck, Journalismus, Papier (GPA djp), ließ in einer Aussendung verlauten, sie werde sich nicht mit dem aktualisierten Angebot des Verbandes Druck und Medientechnik zufrieden geben. Dieses sei "sowohl aus arbeitsrechtlicher als auch aus demokratiepolitischer Sicht" inakzeptabel. Gewerkschaftsvertreter Franz Bittner kündigt daher für September Maßnahmen an: "Wir werden alle uns zur Verfügung stehenden demokratischen Mittel ausschöpfen, um abseits des Verhandlungstisches ein für die Kollegen akzeptables Ergebnis zu erzielen."



Zankapfel


Konkret wirft die Gewerkschaft den Arbeitgebern vor, "per Diktat" so genannte "Einzelvereinbarungen" durchsetzen zu wollen, um wichtige Fragen in den Betrieben – etwa Arbeitszeitregelungen betreffend – über die Köpfe der Betriebsräte hinweg entscheiden zu können. Das zeige, so die Gewerkschaft, dass der Verband Druck und Medientechnik an keiner "echten Lösung" interessiert sei.


'Verhandlungen gescheitert'


Der Verband reagiert Tags darauf ebenfalls mit einer Stellungnahme. "Verhandlungen sind als gescheitert anzusehen, Verband bedauert die Entscheidung der Gewerkschaft", lautet der Titel der Aussendung. Präsident Michael Hochenegg: „Ich verstehe die Aufregung der Gewerkschaft über unser Angebot nicht. Die Ergebnisse der Verhandlungen waren bisher – gerade im Bereich der Tageszeitungen und der Rollenoffsetbetriebe – äußerst bescheiden und haben trotzdem von uns bereits im Mai eine Zustimmung erhalten. Gerade im Bereich des Bogendrucks soll es daher im neuen Kollektivvertrag Regelungen geben, die auf der Betriebsebene Flexibilisierungen ermöglichen." Da es laut Hochenegg aber auch "absolut uneinsichtige Betriebsräte" gäbe, welche die dramatische wirtschaftliche Situation nicht wahrhaben wollten, habe der Verband die Möglichkeit für Einzelvereinbarungen eingebracht.


Abschließend findet Hochenegg klare Worte: "Unsere Kurie spiegelt die gesamte Branche wider und besteht gleichermaßen aus Vertretern der Zeitungen sowie der Groß- und Kleinbetriebe." Eine mehrheitliche – "in diesem Fall einstimmige" – Entscheidung des Verbandes müsse daher demokratisch zur Kenntnis genommen werden.


"Je länger die Verhandlungen in der Krise andauern, desto größer werden auch die Forderungen nach notwendigen Kollektivvertragsänderungen in den Betrieben", mahnt Hochenegg.



Fortsetzung folgt bestimmt.

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