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"Diversität ist kein Sozialprojekt"

© Johannes Brunnbauer

Die Unternehmerin Tijen Onaran sprach auf den Österreichischen Medientagen 2019 darüber, warum Diversität den Grundstein für die Zukunftsfähigkeit und den finanziellen Erfolg eines Unternehmens legt.

Als eine „Ehe mit einem hohen Maß an Frustrationstoleranz“, beschreibt die Unternehmerin Tijen Onaran das Verhältnis zwischen Diversität und Digitalisierung. Aber für beides brauche es Toleranz, Kommunikation, Gesichter, Geschichten, Vorbilder, sagte Onaran. Sie berichtete von einer Reise, bei der sie mit ihren eigenen Stereotypen und Vorurteilen konfrontiert wurde, obwohl sie sich selbst vorher als tolerant und weltoffen einschätzte. „Über diese Stereotype und Vorurteile offen zu reden ist wichtig“, betonte Onaran, auch wenn sie helfen würden, die Welt zu strukturieren und zu ordnen.

Sie kritisierte, dass Diversität sich in der D-A-CH-Region zumeist auf Geschlechterdiversität fokussiere, aber für Unternehmen auch andere Diversitäten eine Rolle spielen müssen: sozialer Hintergrund, Erfahrungsdiversität, Altersdiversität. „Diversität ist kein Sozialprojekt und kein Esoteriktrip, sondern elementar für den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens“, so Onaran. Ohne eine diverse Zusammensetzung des Teams könne auch die Digitalisierung eines Unternehmens nicht voranschreiten.

Diversität brauche Sichtbarkeit, so Onaran. Um gerade Frauen sichtbar zu machen, hat Onaran vor zwei Jahren das Netzwerk Global Digital Women gegründet, dass mittlerweile 40.000 Mitgliederinnen zählt. Sie glaube fest an „die Kraft der Netzwerke“, betonte sie. Die Netzwerktreffen würden auch im kommenden Jahr nach Österreich kommen, wiederholte sie zudem die Ankündigung aus ihrem Interview mit dem HORIZONT zuletzt. „Ich glaube, Diversität kann jeder in seinem Unternehmen umsetzen und ich denke auch, dass das über die Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens entscheidet“, fasste Onaran zusammen.

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