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Digitale Agenda: Knapp die Hälfte der DACH-Unternehmen setzt auf CDOs

Als CDO wurden unabhängig vom tatsächlichen Titel (z.B. CIO/CTO) diejenigen Manager definiert, die mit der Digitalisierungsstrategie ihres Unternehmens beauftragt wurden.
© Adobe Stock/Robert Kneschke

Während der weltweite Anteil von Firmen mit Chief Digital Officer (CDO) nur minimal auf 21 Prozent steigt, ist Europa globaler Spitzenreiter in puncto Digitalverantwortliche.

Um die digitale Transformation zu planen und voranzutreiben, setzen viele Unternehmen auf einen Chief Digital Officer. Auf globaler Ebene stieg der Anteil der Digitalexperten im Jahr 2018 allerdings nur geringfügig auf 21 Prozent, gemessen an 19 Prozent im Jahr 2016. In Europa vertraut mehr als ein Drittel der Unternehmen auf die Fähigkeiten der internen Digitalchefs – die DACH-Region liegt mit einer CDO-Quote von 44 Prozent (2016: 36 Prozent) bereits weit über dem globalen Durchschnitt. Das zeigen die aktuellen Ergebnisse der "2019 Chief Digital Officer"-Studie von Strategy&, der Strategieberatung von PwC. In die Analyse bezog Strategy& die 2.500 weltweit größten börsennotierten Unternehmen ein.

Europäische Unternehmen verzeichnen mit einem Anteil von 39 Prozent die höchste CDO-Dichte im internationalen Vergleich. Hier ist Frankreich mit 66 Prozent klarer Vorreiter, gefolgt von Deutschland (48 Prozent), den Niederlanden (45 Prozent), Großbritannien (44 Prozent) und der Schweiz (38 Prozent). Den größten Zuwachs an neu geschaffenen CDO-Positionen erreichen in Europa die Niederlande und Deutschland mit 13 beziehungsweise 9 Prozentpunkten mehr im Vergleich zu 2016.

"Österreichische Unternehmen sind zwar auf einem guten Weg, haben jedoch nach wie vor Aufholbedarf in puncto Digitalisierung. Denn in Österreich setzen bisher nur drei der neun analysierten Firmen auf die Expertise eines Digitalchefs", erklärt Harald Dutzler, Partner bei Strategy& Österreich. "Der digitale Wandel ist das Gebot der Stunde. Um auch in Zukunft digital fit zu sein, brauchen wir Experten in unseren Unternehmen, die diesen Wandel vorantreiben."

Die veränderten Vorzeichen, unter denen viele CDOs ihre Aufgaben ausführen, zeigen sich auch in den fachlichen Anforderungen: Kamen 2016 in der DACH-Region noch mehr als 40 Prozent aus dem Marketingumfeld, sind im Jahr 2018 vor allem Manager mit Beratungsexpertise gefragt (37 Prozent). Gleichermaßen ist mit 33 Prozent auch der Anteil an Technologieexperten angestiegen, die die Rolle des CDO übernehmen. Die meisten CDOs sind in den Branchen Versicherung und Banken beschäftigt. Rückschritte sind bei der weiblichen Besetzung CDO-Positionen zu beobachten: Während 2016 der Anteil an Frauen als digitale Führungskräfte in der DACH-Region mit fast 12 Prozent bereits gering war, sank dieser bis 2018 auf lediglich 10 Prozent ab. 

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