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"Digital News Report": Zahlungsbereitschaft für Online-Nachrichten steigt

Im Jahr 2016 waren 6,6 Prozent der Befragten bereit, für Online-Nachrichten zu bezahlen, im Jahr 2017 sind es 7,4 Prozent der Befragten.
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Laut dem diesjährigen "Digital News Report" des Reuters Institute steigt die Zahlungsbereitschaft für Online-Nachrichten an.

Zum sechsten Mal befragte das Reuters Institute for the Study of Journalism mit Sitz in Oxford Menschen zu ihrem Nachrichtenkonsum. Der "Digital News Report", der am Donnerstag beim GEN-Summit in Wien vorgestellt wurde, liefert Daten zum Medienwandel in 36 Ländern.

Der Studie zufolge herrscht in Österreich ein hohes Interesse an Nachrichten, was gleichzeitig zu einer häufigeren Nutzung von Nachrichten führt. Diese findet zunehmend digital und vor allem mobil statt. Erfreulich in diesem Zusammenhang ist, dass die Zahlungsbereitschaft für Online-Nachrichten ansteigt. Nachfolgend die wichtigsten Ergebnisse für Österreich im Überblick.

Größtes Interesse an regionalen Nachrichten

Das Interesse an Nachrichten ist hoch. Das allgemeine Interesse beläuft sich insgesamt auf 95,5 Prozent der Befragten. 67,4 Prozent der Befragten gaben an, "äußerst" beziehungsweise "sehr" interessiert an Nachrichten zu sein. Nachrichten über das internationale und regionale Geschehen sind die beliebtesten Nachrichtenarten. 75,3 Prozent gaben an, "äußerst" beziehungsweise "sehr" an Nachrichten über und aus der Region interessiert zu sein, gefolgt von internationalen Nachrichten (67,3 Prozent), Gesundheit und Bildung (57,3 Prozent) und Politik (55 Prozent).

68 Prozent nutzen Medien mehrmals am Tag

Die Nutzungshäufigkeit - damit gemeint ist "mehrmals am Tag" - belief sich im Jahr 2016 noch auf 56,4 Prozent, 2017 stieg der Wert auf 68 Prozent. Die durchgeführten Wahlen beziehungsweise Abstimmungen in verschiedenen Ländern (etwa in Österreich, in den USA und in Großbritannien), der Rücktritt und die Neubestellung des Bundeskanzlers, die Migrationsdebatte, Terroranschläge oder auch die Fußball-EM seien laut der Studie eine mögliche Erklärung für die erhöhte Nutzungshäufigkeit.

Fernsehen ist beliebteste Nachrichtenquelle

Die beliebteste Nachrichtenquelle ist nach wie vor das Fernsehen mit 29,4 Prozent, gefolgt von gedruckten Zeitungen (21,4 Prozent) und Websites/Apps von gedruckten Zeitungen (13,8 Prozent). Unterscheidet man jedoch nach den unterschiedlichen Atersgruppen, so sind Social Media die am häufigsten genutzte Hauptnachrichtenqulle (24, 5 Prozent) der 18- bis 24-Jährigen. Jüngere Personen nutzen zwar auch traditionelle Nachrichtenquellen, dennoch bevorzungen sie Online-Medien als Hauptnachrichtenquelle (53,9 Prozent). Dieser Trend dreht sich mit zunehmendem Alter: 82,1 Prozent der Personen über 55 Jahren bevorzugen Offline-Medien als Hauptnachrichtenquelle.

Zahlungsbereitschaft für Online-Nachrichten steigt

Die Bereitschaft für eine gedruckte Tageszeitung zu bezahlen liegt mit einem Wert von 57,8 Prozent im internationalen Vergleich hoch. Allerdings ist dieser Wert leicht rückläufig - im Jahr 2016 waren es noch 59,3 Prozent. Diese Zahlungsbereitschaft erstreckt sich nicht auf Online-Nachrichten. Im Jahr 2016 waren 6,6 Prozent der Befragten bereit, für Online-Nachrichten zu bezahlen, im Jahr 2017 sind es 7,4 Prozent der Befragten.

Für den "Digital News Report" wurden dieses Jahr mehr als 71.000 Personen in 36 Ländern befragt, rund 2.000 in jedem Land. In Österreich ist die Universität Salzburg Partner des Reuters Institute.

Den "Digital News Report" zum Download gibt es hier.
Hier kommen Sie zu den Detailergebnissen für Österreich.

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