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Die Expansions-Pläne von Wolfgang Fellner

David Bohmann
(c) David Bohmann

Die Mediengruppe Österreich will ihre Radiolizenzen national ausweiten und das Geschäft mit E-Commerce massiv vorantreiben.

Dieses Interview ist zuerst in Ausgabe Nr. 49 des HORIZONT erschienen. Noch kein Abo? Hier klicken!

Horizont: Sie haben seit Mitte November eine eigene Sendung namens „Fellner Live“ am eigenen Sender. Könnte man nicht eigentlich gleich den ganzen Sender nach Ihnen benennen?

Wolfgang Fellner: Ich glaube, das wäre schwer übertrieben. Ich trete ja Gott sei Dank nur bei „Fellner Live“ auf – das ist für mich anstrengend genug, aber es hilft oe24.TV beim Start.

Aber Sie sind on air sehr präsent und stark mit der Marke verbunden.

Ich mache das ja nicht, weil ich jeden Abend eine Beschäftigung brauche – meine Eitelkeit, im TV zu sein, ist gleich Null. Aber ich verstehe mich als Verleger, der jedes seiner Vorhaben mit seinem gesamten Herzblut gründet: Da steckt mein kompletter Einsatz und mein komplettes Engagement drinnen – so wie früher bei News, bei Österreich, bei Woman. Ich habe sogar Woman ein Jahr selbst gemacht, um einen wirklich guten Start sicherzustellen.

War es immer Ihr Ziel als Verleger, auch Anchorman im eigenen Sender zu sein?

Nein, das war so nicht geplant. Aber offensichtlich ist es gut und richtig, um im Hauptabendprogramm die Quote in die Höhe zu bringen. „Fellner Live“ liegt an immer mehr Abenden unter den Top-15-Sendungen im Teletest in der Zeitschiene um 21 Uhr. Das ist bei 60 oder mehr Sendeangeboten nicht so schlecht. Ich erziele an guten Abenden schon Quoten in der Größenordnung von ATV2, und das mit der halben technischen Reichweite, wir erreichen ja erst 50 Prozent der Haushalte. Wenn ich mit einer simplen Talkshow mit null Aufwand, also mit absolut null Kosten und null Lizenzgebühren, an Abenden mit guten Gästen eine Quote wie ATV2 mit einem teuren Spielfilm erziele, dann ist es logisch, dass ich das zumindest als Starthilfe machen muss. Mein Sohn – der die Marke „Fellner“ ja noch besser rüberbringt als ich – hilft mir dabei sehr. Er ist großartig.

Was zeichnet das Format denn aus, wie würden Sie Ihren Fragestil bezeichnen?

Ich hab mir amerikanische Interviewer zum Vorbild genommen – mein Motto ist: Kritisch aber fair; und wenn es geht unterhaltend und spannend. Ich versuche möglichst wenig zu unterbrechen, bin möglichst locker und manchmal auch ein bisschen amüsant und nicht so verkrampft, nicht wie ein Tribunal oder ein Verhör – wie das manchmal im ORF rüberkommt – sondern fair aber auch ein bisschen frecher. Und ich versuche auf Augenhöhe zu fragen, so dass der Interviewte fair und gut aussteigt und nicht hingerichtet wird. Deswegen bekomme ich auch relativ viele Interviewgäste, die andere Sender mit der Reichweite nicht bekommen würden.

Klicken Sie auf den "Weiterlesen"-Button, um Teil 2 des Interviews zu lesen.

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