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Deutsche Zeitungen bieten 2,4 % mehr Lohn für 30 Monate

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In der zweiten Verhandlungsrunde über einen neuen Gehaltstarifvertrag für die Redakteure der deutschen Tageszeitungen haben die Arbeitgeber ein Angebot vorgelegt.

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) bietet nach eigenen Angaben eine Gehaltserhöhung von 2,4 Prozent in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 30 Monaten. Außerdem soll der Manteltarifvertrag verlängert werden, teilte der Verband am Dienstag in Düsseldorf mit. "Die Tageszeitungen in Deutschland befinden sich seit Jahren in einem digitalen Transformationsprozess. Sie leisten zu seiner Bewältigung erhebliche Investitionen, um die Zukunft guter journalistischer Leistung zu sichern und ein attraktives Arbeitsumfeld zu schaffen", sagte BDZV-Verhandlungsführer Georg Wallraf in einer Mitteilung. Umfragen in den Verlagen und eine Trendstudie zeigten, dass gerade beim Werben um den Nachwuchs nicht - wie von den Gewerkschaften gefordert - eine überproportionale Anhebung der Einstiegsvergütungen entscheidend sei. Vielmehr gehe es um ein attraktives Gesamtpaket.

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) wies das Angebot als "Provokation" zurück. "Eine Erhöhung um 0,96 Prozent im Jahr ist eine große Enttäuschung", erklärte Verhandlungsführer Kajo Döhring. Außerdem erteilte er möglichen Veränderungen an der Berufsjahrstaffel eine Absage.

Die Journalistengewerkschaft DJU bewertete das Angebot als enttäuschend. "Das ist eine dreifache Zumutung: bezogen auf die lange Laufzeit, die vielen Nullmonate und die geringe Erhöhung der Gehälter und Honorare", sagte Verhandlungsführer Matthias von Fintel. Die geforderte Mindesterhöhung, die vor allem den Einstiegsgehältern zugute käme, werde vom BDZV nicht angeboten.

Die Tarifverhandlungen für die 13.000 Redakteure sowie die freien Journalisten bei deutschen Tageszeitungen sollen nun am 12. März in Stuttgart fortgesetzt werden. Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sowie die Deutsche Journalistinnen- und Journalisten-Union (dju) in Verdi fordern 4,5 Prozent mehr Geld. Mindestens aber 200 Euro mehr Geld fordern die Gewerkschaften für Berufseinsteiger.

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