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Das Erlebnis Briefmarke

Eingerahmte Briefmarken als Schmuckstücke an der Wand.
© Österreichische Post

Die Agentur section.d hat für die Österreichische Post ein neues Markenkonzept entwickelt, in deren Mittelpunkt die Emotionalisierung der Produktrange steht.

Der Bereich Philatelie hat der Österreichischen Post im Jahr 2018 einen Umsatz von 18.715.037 Euro beschert. Frischen Wind in diese Welt bringen will die Wiener Agentur section.d, die sich anschickt, Briefmarken wieder einem jüngeren Publikum zu erschließen. Dafür hat section.d gemeinsam mit der Division Filialnetz/Philatelie der Österreichischen Post ein neues Markenkonzept entwickelt. Ziel des neuen Premium-Sortiments PhilART in den Filialen der Post ist es, Briefmarken wieder in das Blickfeld neuer Kunden zu rücken. Zur Erinnerung: 2013 wurden noch 931 Millionen Briefe (samt Briefmarke) transportiert, fünf Jahre später, also 2018, nur noch 723 Millionen. „Um Briefmarken für jüngere Zielgruppen interessant zu machen, ist daher ein neuer emotionaler Zugang nötig. Ein Zugang, der die Briefmarke aus ihrer ursprünglichen Funktion herausrückt und in einen neuen Zusammenhang stellt: Als ästhetisches Objekt, das Begehrlichkeiten weckt und als Sammelgegenstand wieder relevant ist“, erklärt Robert Jasensky, Managing Partner von section.d. Dabei zeigt sich die Post überaus erfindungsreich. So legte sie am 11. Juni diesen Jahres eine neue Briefmarke auf, die gleichzeitig eine Wallet für die Kryptowährung Ethereum ist, eine Briefmarke 2.0 quasi.

Rennaissance der Briefmarke

Die „Crypto Stamp“wurde um 6,90 Euro in fünf verschiedenen Farben in einer Auflage von 150.000 Stück als weltweit erste Blockchain-Briefmarke der Welt verkauft. Der Hype um Bitcoin und Co. beflügelte auch den Handel mit der einzigartigen Marke. „Sie kann natürlich nur zur Beförderung von Postsendungen verwendet werden. Aber durch die Verknüpfung mit Ethereum gibt es quasi ein digitales Pendant zur physischen Briefmarke. Und das macht sie zum begehrten Sammlerstück“, heißt es seitens der Post. In der Tat: Auf eBay wurden Einzelstücke um bis zu 9.989 Euro angeboten.

Das ist indes nur ein Beispiel, für jüngere Zielgruppen einen emotionalen Bezug in puncto Briefmarke (wieder-)herzustellen. „Briefmarken erleben“ ist daher Motto und Claim für diese neue Zielgruppen-Offensive. „Die neue Marke PhilART kennzeichnet die Postfilialen mit Philatelie-Sortiment und ist ebenso Produktmarke  für die von section.d neu konzipierten und gestalteten Produkte“, erläutert Jasensky. Bereits in der Vergangenheit wartete die Österreichische Post mit Spezialitäten wie beispielsweise 2006 mit der weltweit ersten Briefmarke mit Meteoritenstaub auf. Die Auflagenhöhe wurde damals mit 600.000 Stück limitiert.

Leder, Holz und mehr

2015 zierten Swarovski-Kristalle eine aus Alcantara-Leder gestanzte Sondermarke mit einer Auflage von 150.000 Stück in Form einer Tiroler Lederhose. Und 2017 präsentierte die Post erstmals eine Briefmarke in Form einer Eiche aus dünnem Holz. Die Auflage betrug 130.000 Stück. Seit Mai habe man an der neuen Marke PhilART gearbeitet, heißt es. Jetzt wurden cirka 150 Standorte gebranded und man beginne mit dem Ausrollen der Kampagne. „Section.d kuratiert dabei aus der breiten Vielfalt der Marken-Sujets Serien zu bestimmten Themen aus Kunst und Alltagskultur“, erläutert Jasensky. Die Briefmarken werden in kleinen Rahmen präsentiert und in verschiednen Kollektionen auch als Home-Deco-Accsessoire verkauft. So wird aus den kleinen Alltagsgegenständen nicht nur ein Beförderungsentgelt, sondern lebendige Zeitgeschichte en miniature als originelles Schmuckstück an der Wand.

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