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Cookie-Urteil: „Viel Wirbel, keine Klarheit“

IAB-Austria-Vizepräsidentin Alexandra Vetrovsky-Brychta
© Philipp Lipiarski / www.goodlifecrew.at
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Der EuGH hat mit dem Cookie-Urteil eine ganze Branche unruhig gemacht. Der IAB Austria kritisiert das Urteil, weil es weiter keine Klarheit gibt.

Hinweis: Wie die gesamte Branche das "Cookie-Urteil" einordnet und ob es neue Lösungen geben wird müssen, lesen Sie in der kommenden Ausgabe (Nr. 41) des HORIZONT. Noch kein Abo?

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Internetnutzer müssen beim Besuch von Webseiten einer Speicherung von Cookies aktiv zustimmen. Das urteilte der Europäische Gerichtshof (EuGH) am Dienstag. Die Online-Branche war danach in Aufregung, sogar vom Ende der bisherigen Form des Online-Marketings war die Rede.

Gegenüber HORIZONT hat nun erstmals der IAB Austria zum Urteil Stellung bezogen. „Das EuGH Urteil sorgt für viel Wirbel, aber letztendlich doch wieder nicht für vollkommene Klarheit. Zwar wurde bestätigt, dass bei einem Einsatz von Cookies ein aktive Zustimmung erforderlich ist, aber leider nicht formuliert, wann dies zu erfolgen hat“, sagt IAB-Austria-Vizepräsidentin Alexandra Vetrovsky-Brychta. Die IAB-Vizepräsidentin meint zudem: „Entgegen der DSGVO wird festgehalten, dass es keinen Unterschied macht, ob es sich dabei um personenbezogene oder nicht personenbezogene Daten handelt. Was das Urteil zur Folge hat, ist somit noch mehr Verwirrung mangels Konkurrenz mit der DSGVO. Und dieser Mangel ist auch unser Hauptkritikpunkt bei der ePrivacy-Verordnung. Das Urteil zeigt einmal mehr, dass die Kritik des iab austria mehr als berechtigt ist.“

Kritik des Biktom

Auch in Deutschland gab es Kritik an dem Urteil. Bitkom-Geschäftsführer Bernhard Rohleder meint zu dem Urteil: "Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs hat weitreichende Auswirkungen für alle Internetnutzer und Tausende Webseitenbetreiber in Deutschland. Cookies können künftig nicht mehr mit einem Hinweis an den Nutzer automatisch gesetzt werden, sondern erfordern seine ausdrückliche Zustimmung – egal ob damit personenbezogene Daten erfasst werden oder nicht", so der Bitkom-Chef, der ergänzt: "Neben dem nach wie vor hohen Umsetzungsaufwand infolge der Datenschutz-Grundverordnung bedeutet das für unzählige Webseitenbetreiber eine erneute Mehrbelastung. Auch für die Nutzer wird das Surfen im Netz umständlicher. Wer weiterhin den Komfort von Cookies genießen möchte, muss dafür ausdrücklich eine Einwilligung erteilen – mit zusätzlichen Klicks. Cookies können einen echten Mehrwert sowohl für Internetnutzer als auch für Webseitenbetreiber bieten. Dazu zählen etwa Warenkorb-Cookies, das Merken von Spracheinstellungen oder auch die Webseitenanalyse über Cookies. Cookies machen das Surfen schneller und bequemer. Webseitenbetreiber, etwa von Online-Shops, können mit Cookies ihr Angebot noch besser an die Bedürfnisse der Kunden anpassen."

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