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China will Zahl ausländischer TV-Sendungen einschränken

Insbesonder Casting-Shows sind chinesischer Führung ein Dorn im Auge

China will die Ausstrahlung ausländischer Fernsehsendungen zugunsten von Bildungsprogrammen und moralisch als wertvoll erachteten Produktionen beschränken. Ab 2014 dürften Satelliten-TV-Sender pro Jahr die Senderechte für nur ein ausländisches Programmformat kaufen, zitierten Staatsmedien das Presseamt am Montag. Zudem dürften die Sendungen im Jahr des Rechtekaufs nicht in der Hauptsendezeit zwischen 19.30 Uhr und 22.00 Uhr ausgestrahlt werden. Bereits im Februar war die Zahl der Folgen, die von ausländischen TV-Serien ausgestrahlt werden dürfen, auf 50 beschränkt worden.

Die chinesische Führung klagt seit langem über eine angebliche Zunahme minderwertiger Programme im heimischen Fernsehen. Insbesondere ein Dorn im Auge sind den Behörden ausländische Casting-Shows wie "Deutschland sucht den Superstar", die ohne große Änderungen am Konzept für den chinesischen Markt angeglichen produziert werden. Nach den neuen Regeln darf der Anteil von Programmen im öffentlichen Interesse wie Dokumentationen, Bildungssendungen oder "moralbildende" Sendungen nicht unter 30 Prozent des Gesamtprogramms liegen.

Die neue Kampagne könnte den Trend hin zum Download aufgezeichneter Shows vom Internet auf Computer und Smartphones verstärken. Zudem sind die meisten populären ausländischen TV-Shows trotz Regierungskontrollen auf dem Schwarzmarkt als DVD zu erhalten.

(APA/Reuters)

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